16 March 2026, 00:36

Integrationskurse 2023: Rekordbeteiligung – doch Ukrainer:innen zahlen künftig selbst

Eine alte Postkarte mit einer Briefmarke, die "Lichtenwald, Deutschland - Einschreiben nach Deutschland" lautet, mit handgeschriebenem Text und zwei Briefmarken in der oberen rechten Ecke.

Integrationskurse 2023: Rekordbeteiligung – doch Ukrainer:innen zahlen künftig selbst

Integrationskurse in Deutschland verzeichneten 2023 Rekordteilnahme mit 363.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern – die höchste Zahl seit Einführung des Programms. Die größten Gruppen kamen aus der Ukraine, aus Syrien und Afghanistan. Nun ändern sich die Förderbedingungen für einige Teilnehmende, darunter Ukrainer:innen und Asylsuchende.

Ein Standard-Integrationskurs umfasst 700 Unterrichtseinheiten. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) übernimmt dabei 4,58 Euro pro Einheit sowie die Kosten für Einstufungstests und Abschlussprüfungen. Insgesamt belaufen sich die maximalen Fördermittel damit auf bis zu 3.500 Euro pro Teilnehmendem.

Fast jede dritte Person beteiligt sich bereits jetzt an den Kosten und zahlt 2,29 Euro pro Einheit. Nach den neuen Regeln erhalten Ukrainer:innen, Asylsuchende und EU-Bürger:innen für freiwillige Kurse künftig keine Förderung mehr. Sie können weiterhin teilnehmen – allerdings nur noch als Selbstzahler:innen.

Selbstzahler:innen dürfen nicht weniger als den Betrag belastet werden, den das BAMF für geförderte Teilnehmende übernimmt. Mit den Änderungen soll die Finanzierung angepasst werden, ohne den Zugang zu den Kursen einzuschränken.

Die überarbeiteten Regelungen bedeuten, dass einige Gruppen die Kursgebühren nun selbst tragen müssen. Ukrainer:innen, Asylsuchende und EU-Bürger:innen erhalten künftig nur noch dann Zuschüsse, wenn die Teilnahme verpflichtend ist. Die Neuerung folgt auf ein Jahr mit historisch hoher Nachfrage nach Integrationskursen in ganz Deutschland.

AKTUALISIERUNG

BAMF stoppt Neue Integrationskurs-Anmeldungen im Jahr 2026

Die Behörden haben eine vorläufige Einstellung der Neuanmeldungen für Integrationskurse im Haushaltsjahr 2026 bestätigt. Die Entscheidung, die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) getroffen wurde, wird auf finanzielle Herausforderungen und reduzierte Migrationszahlen zurückgeführt. Dies folgt einer Haushaltskürzung im Jahr 2025, die die Förderung vor einer Nachfinanzierung im Laufe des Jahres halbierte. Die Kurse bleiben bis auf weiteres pausiert und betreffen sowohl berechtigte Teilnehmer als auch freiwillige Teilnehmer. Mehr als die Hälfte der aktuellen Teilnehmer nimmt freiwillig teil, was Bedenken regarding den Zugang für Personen ohne finanzielle Mittel aufkommen lässt.