Italo drängt 2028 auf deutsche Schienen – Bahn und Politik in Alarmbereitschaft
Philipp LangeItalo drängt 2028 auf deutsche Schienen – Bahn und Politik in Alarmbereitschaft
Italo, der italienische Hochgeschwindigkeitszugbetreiber, plant 2028 den Einstieg in den deutschen Markt. Der Schritt löst bei Verkehrsbeamten und Gewerkschaften Bedenken über die Auswirkungen auf bestehende Verbindungen aus. Die Deutsche Bahn und politische Vertreter fordern klarere Regelungen, um den Wettbewerb zu steuern.
Italo, im Besitz des Infrastrukturkonzerns EVN, will ab 2028 Fernverkehrsstrecken in Deutschland aufnehmen. Zunächst sollen die Achsen München–Frankfurt–Köln–Dortmund sowie München–Berlin–Hamburg bedient werden.
Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter warnte vor begrenzten Kapazitäten im Schienennetz. Michael Peterson, Fernverkehrsvorstand der Deutschen Bahn, erklärte, dass bis zu 120 Bahnhöfe mit Einschränkungen rechnen müssten. Mindestens 16 Städte könnten ihre ICE- und IC-Anbindungen sogar vollständig verlieren.
Evelyn Palla, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, drängt die Politik zu strengeren Vorgaben für einen fairen Wettbewerb. Martin Burkert, Chef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), warnte davor, Italo die Rosinenpickerei auf den lukrativsten Strecken zu ermöglichen. Die Gewerkschaft befürchtet zudem, dass regionale Verbindungen gekürzt werden könnten, falls Italos Expansion die verfügbaren Kapazitäten verknappt.
Der geplante Markteintritt von Italo wirft Fragen zur Verfügbarkeit von Zugverbindungen auf. Deutsche Bahn und Gewerkschaften betonen die Notwendigkeit von Regularien, um den Regionalverkehr zu schützen. Ohne klare Richtlinien drohen vielen Städten weniger Fernverkehrsanschlüsse.






