03 April 2026, 00:19

JinkoSolar verklagt Longi wegen Patentverletzung bei Solarzellen-Technologie

Patentzeichnung eines kreisförmigen Objekts mit einer gekrümmten Linie in der Mitte, die ein Solarsystem darstellt, begleitet von beschreibendem Text.

JinkoSolar verklagt Longi wegen Patentverletzung bei Solarzellen-Technologie

Ein neuer Rechtsstreit ist zwischen zwei der weltweit größten Solarmodulhersteller entbrannt. JinkoSolar hat den Konkurrenten Longi in Deutschland verklagt und wirft dem Unternehmen Patentverletzungen bei der Rückseitenkontakt-Solarzellentechnologie vor. Der Konflikt verlagert den Fokus von früheren Auseinandersetzungen um Topcon-Solarzellen hin zu Innovationen bei hoch effizienten Modulen.

Die Klage wurde von der JinkoSolar-Tochter Shangrao Jinko Xinyuan Yuedong beim Einheitspatentgericht in München eingereicht. Sie richtet sich gegen Longi Green Energy und mehrere europäische Tochtergesellschaften des Konzerns, denen vorgeworfen wird, das europäische Patent EP3297043 verletzt zu haben. Dieses schützt eine Solarzellenstruktur auf Basis der selektiven Dotierung der Passivierungsschicht – eine Technologie, die JinkoSolar von LG übernommen hat.

Bei den umstrittenen Verfahren geht es um Ionenimplantation oder Laserdotierung auf Passivierungsschichten wie etwa Poly-Silizium- oder AlOx/SiNx-Stapeln. Diese Methoden ermöglichen eine präzise n- und p-Dotierung mit minimalen Rekombinationsverlusten und erreichen so eine hohe Passivierungsqualität (z. B. iVoc > 700 mV). JinkoSolar behauptet, dass Longis Premium-BC-Module – Hi-MO 7, Hi-MO 9 und X10 – auf ähnlichen Innovationen beruhen, insbesondere bei deren hybrid-passivierten Rückseitenkontakt-Designs (HPBC).

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Dies ist nicht der erste Konflikt zwischen den beiden Unternehmen. Bereits im Januar verklagte JinkoSolar Longi in China wegen nicht näher bezeichneter Topcon-Technologie. Longi konterte im Februar mit Gegenklagen in China und den USA unter Berufung auf Patente, die es von Mitsubishi Electric erworben hatte. Nun hat Longi zudem beim Einheitspatentgericht die Annullierung eines Topcon-Patents von JinkoSolar beantragt.

Der Zeitpunkt der Auseinandersetzung fällt mit branchenweiten Entwicklungen zusammen. Aktuelle Daten zeigen, dass Redispatch-Maßnahmen für Photovoltaikanlagen im zweiten Quartal fast verdoppelt wurden, wobei 97 Prozent der erneuerbaren Stromerzeugung dennoch die Endverbraucher erreichten.

Im Mittelpunkt des Münchner Verfahrens steht das von JinkoSolar übernommene LG-Patent, das sich auf die Produktion hoch effizienter Module von Longi auswirken könnte. Beide Konzerne haben ihre Streitigkeiten mittlerweile auf mehrere Gerichtsbarkeiten ausgeweitet – von China bis Europa. Das Ergebnis könnte künftige Lizenzen und Entwicklungen im Bereich der Rückseitenkontakt-Solartechnologie prägen.

Quelle