Kohleausstieg in Gefahr: Merz plant längere Laufzeiten für Kraftwerke trotz Klimazielen
Lotta SchulteKohleausstieg in Gefahr: Merz plant längere Laufzeiten für Kraftwerke trotz Klimazielen
Deutschlands geplanter Kohleausstieg droht Verzögerungen, nachdem Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) angedeutet hat, bestehende Kraftwerke länger als vorgesehen am Netz zu lassen. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der das Land mit Versorgungsengpässen kämpft – trotz eines stetigen Rückgangs des Kohleanteils an der Stromerzeugung in den letzten Jahren.
2023 deckte Kohle noch 26 Prozent des deutschen Strombedarfs, nach 33 Prozent im Jahr 2020. Dennoch argumentierte Merz, dass anhaltende Energieknappheit die Regierung zwingen könnte, die Laufzeit von Kohlekraftwerken zu verlängern. Zudem forderte er einen beschleunigten Bau von Gaskraftwerken, um die Stromversorgung des Landes abzusichern.
Die Grünen reagierten umgehend und riefen Brandenburgs Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD) auf, jede Verschiebung des Kohleausstiegs abzulehnen. Sie betonten die Bedeutung von Planungssicherheit für die Beschäftigten sowie die Notwendigkeit weiterer Investitionen in den Strukturwandel – insbesondere in Regionen wie der Lausitz.
Unterdessen baut der Energieversorger LEAG, ein zentraler Akteur in der Lausitz, seine Projekte im Bereich erneuerbarer Energien aus, darunter Wind- und Solaranlagen. Das Unternehmen soll zudem im Rahmen der bestehenden Kohleausstiegs-Vereinbarung rund 1,75 Milliarden Euro als Ausgleich erhalten.
Merz' Vorschlag könnte den Zeitplan für das Ende der Kohleverstromung in Deutschland weiter nach hinten schieben. Die Debatte zeigt das Spannungsfeld zwischen Versorgungssicherheit und Klimazielen. Jede Verzögerung hätte Auswirkungen auf die Beschäftigten in der Kohlebranche sowie auf die Energiewende hin zu erneuerbaren Quellen.






