Kreuzberger Protestbündnis formiert sich gegen rechtsextremes Portal Nius
Lotta SchulteKreuzberger Protestbündnis formiert sich gegen rechtsextremes Portal Nius
In Berlins Bezirk Kreuzberg versammelten sich antifa-Aktivist:innen, um gegen Nius zu protestieren – ein rechtsextremes Medienportal, dem vorgeworfen wird, gezielt Propaganda zu verbreiten. Rund 250 Menschen füllten einen lokalen Saal, um ein Protestbündnis gegen das Portal zu gründen, das Kritiker:innen als Verbreiter rassistischer Klischees und als Hetze gegen Geflüchtete, Klimaaktivist:innen und demokratische Gruppen brandmarken.
Die Veranstaltung fand in der Nähe des Dragonerareals statt, wo die Organisator:innen mit Störungen durch Provokateur:innen gerechnet hatten – darunter auch Mitarbeiter:innen von Nius. Trotz der angespannten Lage verlief die Versammlung ohne Zwischenfälle. Redner:innen bezeichneten Nius als "digitale Pranger" und "Schmutzkübel", der gezielt marginalisierte Gruppen angreife und die Zivilgesellschaft untergrabe.
Nius hatte die Proteste zuvor selbst beworben, sie aber als "linksextreme, steuerfinanzierte Kampagne" abgetan. Die Plattform, die 2023 einen Verlust von 13 Millionen Euro verbuchte, liegt mit ihrer Reichweite weit außerhalb der Top 100 der deutschen Onlinemedien. Ein Vertreter des linksalternativen Unrast-Verlages berichtete, wie Nius-Mitarbeiter:innen sein Team belästigt und aggressiv gefilmt hätten.
Guido Arnold vom technikkritischen capulcu-Kollektiv warnte vor der instrumentalisierung von KI-Sprachmodellen und sozialen Medien durch die extreme Rechte, um gemeinsame Wahrheiten zu zerstören. Zum Abschluss der Veranstaltung diskutierten die Teilnehmenden über Gegenstrategien – von Widerstand und Solidarität bis hin zur Verteidigung journalistischer Standards. Zudem wurde eine Kundgebung vor den Nius-Büros in der Ritterstraße angekündigt.
Das Protestbündnis will sich gegen rechtsextreme Medien formieren und gleichzeitig die Methoden von Nius entlarven. Die Veranstaltung machte deutlich, wie besorgt die Aktivist:innen über den Einfluss der Plattform sind – trotz ihrer begrenzten Reichweite und finanziellen Probleme. In den kommenden Wochen sind weitere Proteste geplant.






