Kurt Eisners historische Schreibmaschine kehrt als Zeitzeuge nach Bayern zurück
Johanna PetersDie Schreibmaschine des Revolutionsführers - Kurt Eisners historische Schreibmaschine kehrt als Zeitzeuge nach Bayern zurück
Eine historische Schreibmaschine, die einst Kurt Eisner gehörte, wird ab dem 8. Juli im Haus der Bayerischen Geschichte ausgestellt. Bei dem Gerät handelt es sich um ein Mercedes-Modell aus dem Jahr 1914, das eine zentrale Rolle bei der Abfassung revolutionärer Texte während der turbulenten Nachkriegszeit Bayerns spielte. Es ist nun Teil der Ausstellung "Brennpunkt Bayern: Hitler und der Kampf um die Demokratie".
Eisner, Bayerns erster republikanischer Ministerpräsident, nutzte die Schreibmaschine für Reden, Artikel und Briefe. Seine Frau Else tippte oft seine handschriftlichen Notizen oder Diktate ab. Mit großer Wahrscheinlichkeit entstand auf dieser Maschine die Proklamation, mit der Bayern am 7. November 1918 zur Republik erklärt wurde, sowie Korrespondenz im Zusammenhang mit dem Sturz der Monarchie.
Nach der Ermordung Eisners im Februar 1919 setzte Else die Schreibmaschine noch drei Monate lang ein, bis sie aus Bayern floh. Das Gerät blieb über Jahrzehnte im Familienbesitz und wurde von Eisners Töchtern über drei Generationen hinweg bewahrt. Erst 1959 kehrte es nach Deutschland zurück.
Während seiner kurzen Amtszeit führte Eisner bedeutende Reformen ein, darunter das Frauenwahlrecht und den Achtstundentag. Die Schreibmaschine steht heute als greifbares Zeugnis dieser prägenden Epoche der bayerischen Geschichte.
Die Ausstellung präsentiert die Schreibmaschine zusammen mit weiteren Exponaten aus der Zeit der Bayerischen Räterepublik. Besucher können das Instrument bestaunen, mit dem Texte verfasst wurden, die die politische Landschaft der Region neu gestalteten. Die Schau ist ab dem 8. Juli im Rahmen einer umfassenderen Auseinandersetzung mit den Demokratiekämpfen im Bayern des frühen 20. Jahrhunderts zu sehen.






