Ladeprobleme bei E-Autos: Kein Hersteller bietet fehlerfreie Systeme – Studie enthüllt strukturelle Mängel
Lotta SchulteLadeprobleme bei E-Autos: Kein Hersteller bietet fehlerfreie Systeme – Studie enthüllt strukturelle Mängel
Eine neue Studie hat erhebliche Mängel bei der Zuverlässigkeit von Ladevorgängen für Elektrofahrzeuge (E-Autos) bei führenden Automobilherstellern aufgedeckt. Der Ladezuverlässigkeitsindex 2024, veröffentlicht vom Münchner Spezialisten EcoG, untersuchte zehn bordeigene Ladesysteme – keines davon bot eine fehlerfreie Nutzung. Die Bewertungen reichten von 76 von 100 Punkten als Höchstwert bis hinab zu nur 39 Punkten.
Untersucht wurden Systeme von BMW, Ford, Geely, Hyundai, Lucid, Mercedes, SAIC, Stellantis, Tesla und Volkswagen. Zwar blieben die Einzelergebnisse der Hersteller vertraulich, doch die Studie legte strukturelle Probleme offen. Häufige Ausfälle gingen auf die 12-Volt-Starterbatterie sowie Autorisierungszeitüberschreitungen zurück, die Ladevorgänge unterbrachen.
Besonders kritisch bewertet wurden wiederkehrende Unterbrechungen während des Ladens, die zu einer tiefen Entladung der Hochvoltbatterie und langfristigen Schäden führen können. Trotz dieser Mängel betonte EcoG-Geschäftsführer Jörg Heuer Fortschritte im Bereich Sicherheit: Verletzungen durch Ladefehler seien nicht gemeldet worden.
Ein weiteres Sorgenkind ist die Cybersicherheit. Während westliche Marken auf starke Verschlüsselung setzten, zeigten einige chinesische Hersteller ein geringeres Risikobewusstsein. Zudem offenbarten sich Schwächen in der Schnittstelle zwischen Fahrzeugen und Ladestationen, was zu einer uneinheitlichen Nutzererfahrung beiträgt.
Im Vergleich zu 2023 verzeichnete EcoG zwar Verbesserungen bei der Prozessstabilität und Signalqualität. Die aktuellen Ergebnisse bestätigen jedoch, dass kein System bisher die Kundenerwartungen an ein nahtloses, fehlerfreies Laden erfüllt.
Der Index 2024 unterstreicht die anhaltenden Herausforderungen bei der Ladezuverlässigkeit von E-Autos. Zwar gab es Fortschritte bei Sicherheit und Signalstabilität, doch Probleme wie Batterieentladung und Cybersicherheitslücken bleiben ungelöst. Die Hersteller stehen unter Druck, diese Defizite zu beheben – besonders vor dem Hintergrund der wachsenden Elektromobilität.






