LEW testet revolutionäre "Einspeisesteckdose" gegen Stromnetz-Engpässe in Bayern
Emil KrügerLEW testet revolutionäre "Einspeisesteckdose" gegen Stromnetz-Engpässe in Bayern
LEW Verteilnetz testet innovative Lösung zur Entlastung überlasteter Stromnetze in Deutschland
Mit dem Konzept der "Einspeisesteckdose" erprobt LEW Verteilnetz eine neuartige Methode, um die wachsende Belastung der deutschen Stromnetze zu verringern. Die Idee soll vor allem Planern von Solar- und Batteriespeicheranlagen helfen, die mit begrenzten Netzkapazitäten kämpfen. Das Pilotprojekt im bayerischen Balzhausen könnte zum Vorbild für die Bewältigung steigender Energienachfrage werden – ohne teure Netzausbauten.
Netzbetreiber in ganz Deutschland sehen sich mit einer Flut von Anschlussanfragen konfrontiert, die oft die verfügbaren Kapazitäten übersteigen. LEW Verteilnetz geht das Problem mit einem Pilotvorhaben im Ort Winkel an: Dort ermöglicht eine "Einspeisesteckdose" die netzneutrale Integration von Batteriespeichern. Durch die Kombination verschiedener Technologien lässt sich die Anschlusskapazität um bis zu 60 Prozent über die üblichen Grenzen hinaus steigern.
In Balzhausen plant das Unternehmen, drei Speichersysteme, drei Solaranlagen und einen Windpark mit einer Gesamtleistung von 126 Megawatt anzubinden – und das bei nur 80 Megawatt Netzkapazität. Das hinter dem Projekt stehende Unternehmen Green Flexibility errichtet ein 40-Megawatt-Speichersystem mit 80 Megawattstunden Kapazität, das voraussichtlich Anfang 2026 in Betrieb geht. Die Investitionen in die Speicherinfrastruktur belaufen sich auf rund 40 Millionen Euro.
Barbara Plura, technische Netzplanerin bei LEW Verteilnetz, betonte den zügigen Fortschritt des Pilotprojekts. Gleichzeitig bezeichnete Christoph Lienert, Geschäftsführer von Green Flexibility, das Balzhausener Modell als "Blaupause für zukünftige Batteriespeicherprojekte in ganz Deutschland". Allerdings plant LEW Verteilnetz derzeit keine Ausweitung der "Einspeisesteckdose"-Tests über den bestehenden Standort hinaus.
Das Projekt in Balzhausen zeigt, wie die Kombination von Speichertechnologien und erneuerbaren Energien Netzengpässe lindern kann – ohne aufwendige Infrastrukturmaßnahmen. Sollte sich das Modell bewähren, könnte es eine skalierbare Lösung für andere Regionen mit ähnlichen Kapazitätsproblemen bieten. Vorerst liegt der Fokus jedoch darauf, die Zuverlässigkeit des Konzepts unter Beweis zu stellen, bevor eine breitere Einführung in Betracht gezogen wird.






