Machtkampf bei der Karwendelbahn: Bürgermeister Kai Wegner stellt Geschäftsführer Reich infrage
Johanna PetersMachtkampf bei der Karwendelbahn: Bürgermeister Kai Wegner stellt Geschäftsführer Reich infrage
Ein erbitterter Streit ist bei der Karwendelbahn AG zwischen ihrem Mehrheitsaktionär Wolfgang Wilhelm Reich und dem Gemeinderat von Mittenwald ausgebrochen. Im Mittelpunkt des Konflikts steht Reichs Position als Geschäftsführer, deren Legitimität Bürgermeister Kai Wegner offen infrage stellt. Durch juristische Vorwürfe und persönliche Angriffe hat sich die Lage weiter zugespitzt.
Der Streit begann, als Wegner Reichs Anspruch auf den Posten des Geschäftsführers bestritt und argumentierte, das Unternehmen verfüge nicht über einen ordnungsgemäß funktionierenden Aufsichtsrat. Reich konterte mit dem Vorwurf, der Bürgermeister, sein Stellvertreter Georg Seitz sowie zwei ehemalige Aufsichtsratsmitglieder hätten sich unkorrekt verhalten, und reichte eine Beschwerde beim Landgericht München ein.
Zudem griff Reich Wegner öffentlich an und unterstellte dem Gemeinderat organisierte Vetternwirtschaft. Der Bürgermeister wiederum prüfte rechtliche Schritte, um ein interimistisches Management einzusetzen – ein Vorgehen, das Reich als gezielte Provokation wertet. Aus Gerichtsunterlagen geht hervor, dass der Anwalt und ehemalige Stadtrat Klemens Reindl als möglicher Nachfolger für Reich als Geschäftsführer ins Gespräch gebracht wurde.
Trotz der eskalierenden Spannungen gibt es keine öffentlichen Aufzeichnungen darüber, ob Reich rechtliche Maßnahmen ergriffen hat, um seine Autorität durchzusetzen oder Wegners Vorwürfe zu entkräften. Die mangelnde Transparenz hat die Unternehmensführung in eine Pattsituation manövriert, in der keine Seite nachgeben will.
Die Blockade hat die Entscheidungsfindung bei der Karwendelbahn AG lahmgelegt und wirft Fragen über die Zukunft des Betriebs auf. Ohne eine Einigung droht der Machtkampf zwischen Reich und dem Gemeinderat die Instabilität im Unternehmen weiter zu verlängern. Bisher haben beide Seiten keine weiteren rechtlichen Schritte bekannt gegeben.






