15 February 2026, 06:35

Mainz und Wiesbaden streiten um die Karnevalsfigur "Zugen(d)te" – wer darf den Namen nutzen?

Ein Schwarz-Weiß-Foto eines mit Blumen geschmückten Entenwagens, umgeben von Menschen auf der linken Seite, mit Bäumen und einem klaren Himmel im Hintergrund.

Mainz und Wiesbaden streiten um die Karnevalsfigur "Zugen(d)te" – wer darf den Namen nutzen?

Streit um Karnevalstradition: Mainz und Wiesbaden uneins über Markenname "Zugen(d)te"

Zwischen Mainz und Wiesbaden ist ein Streit um eine Karnevalstradition entbrannt. Hannsgeorg Schönig, Präsident des Mainzer Karnevalsvereins, hat Beschwerde gegen die Verwendung des markenrechtlich geschützten Namens "Zugen(d)te" beim Wiesbadener Umzug eingelegt. Im Mittelpunkt steht die Schlussfigur des Zuges, die seit Langem fester Bestandteil der Feiern in beiden Städten ist.

Der Wiesbadener Karnevalsumzug endet seit etwa 20 Jahren mit einem Enten-Mottenwagen. Die Figur, lokal als "Zugen(d)te" bekannt, markiert traditionell das Ende des Umzugs – ähnlich wie Mainzs "Zugente" beim Rosenmontagszug. In diesem Jahr wurde die Schlussfigur jedoch in "Gans am End" (Gans am Ende) umbenannt, nachdem eine genauere Betrachtung ergab, dass sie eher einer Gans als einer Ente ähnelt.

Auch optisch unterscheidet sich die Wiesbadener Variante von der Mainzer Version: Statt gelber Federn trägt sie weiße, ist mit einer Warnweste bekleidet und hält einen Besen – ein Symbol für die Reinigungskräfte, die nach dem Umzug die Straßen säubern. Trotz der Änderungen bestätigte der Wagenbauer Guntram Eisenmann, dass die Veranstalter die umstrittene Beschriftung entfernen werden, um rechtliche Auseinandersetzungen zu vermeiden.

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Bisher gab es keine dokumentierten Einwände gegen den Namen, und historische Quellen verzeichnen kaum ähnliche Streitfälle. Zwar haben sich die Mainzer Karnevalstraditionen von lockeren Volksbräuchen zu strukturierteren Zeremonien entwickelt, doch in öffentlichen Aufzeichnungen finden sich keine früheren Beschwerden über doppelte Namensvergaben.

Der Wiesbadener Karnevalsverband Dacho hat der Umbenennung und Entfernung der Beschriftung zugestimmt. Die Schlussfigur wird nun "Gans am End" heißen, um Mainzs Markenanspruch Rechnung zu tragen. Die Veranstalter betonten, weiteren Konflikten ausweichen zu wollen, ohne dabei auf die Tradition des Umzugsabschlusses verzichten zu müssen.