Marzahner Pride Week feiert Jubiläum – zwischen Vielfalt und latenter Gefahr
Emil KrügerMarzahner Pride Week feiert Jubiläum – zwischen Vielfalt und latenter Gefahr
Marzahner Pride Week feiert siebte Auflage – trotz latenter Bedrohung
Die Marzahner Pride Week kehrt in diesem Jahr zum siebten Mal zurück. Das Programm umfasst einen Umzug, der um 12 Uhr an der Allee der Kosmonauten beginnt, gefolgt von einem Stadtteilfest ab 14:30 Uhr. Trotz fehlender angekündigter rechtsextremer Gegenproteste in diesem Jahr bleiben Veranstalter:innen und lokale Akteur:innen wachsam.
Marzahn ist geprägt von einer vielfältigen Bevölkerung – viele Bewohner:innen haben Migrationshintergründe, darunter (Spät-)Aussiedler:innen aus der ehemaligen Sowjetunion. Queere Geflüchtete und Migrant:innen in dem Bezirk sehen sich oft mehrfacher Diskriminierung ausgesetzt. Gleichzeitig sind rechtsextreme Propaganda und Gruppen im Stadtteil aktiv; in jüngster Zeit häufen sich Berichte über körperliche Angriffe.
Im vergangenen Jahr war die Marzahn Pride durch die neonazistische Gruppe „Deutsche Jugend Voran“ bedroht worden. 2023 wurden fast die Hälfte aller Pride-Veranstaltungen in Deutschland von Rechtsextremist:innen angegriffen oder gestört. In diesem Jahr hat Quarteera e.V., der Träger des Umzugs, bisher keine konkreten rechtsextremen Mobilisierungen gegen die Veranstaltung registriert.
Vanessa Krah, Queer-Beauftragte von Marzahn, warnt jedoch vor falscher Sicherheit. Angesichts der Geschichte rechtsextremer Aktivitäten im Bezirk und der bundesweit steigenden Bedrohungslage für queere Events betont sie die Notwendigkeit anhaltender Aufmerksamkeit.
Der Umzug startet mittags, das anschließende Fest findet am Nachmittag statt. Die Veranstalter:innen wollen ein sicheres und fröhliches Erlebnis für alle Teilnehmenden gewährleisten. Dass bisher keine Gegenproteste angemeldet wurden, schließe das Risiko von Störungen nicht aus – insbesondere vor dem Hintergrund vergangener Vorfälle und anhaltender Spannungen.






