Michaelskirche in Lochham trotzt Gemeinde-Schrumpfung mit neuem Nutzungskonzept
Lotta SchulteMichaelskirche in Lochham trotzt Gemeinde-Schrumpfung mit neuem Nutzungskonzept
Die Michaelskirche in Lochham bleibt trotz flächendeckender Verkleinerungen in evangelisch-lutherischen Gemeinden erhalten. Vor 75 Jahren erbaut, steht die Kirche nun im Mittelpunkt von Debatten über ihre künftige Nutzung. Pläne für Neubauten auf dem Gelände – darunter Wohnungen und Einrichtungen der Diakonie – wurden wegen der anhaltenden Baukrise vorerst auf Eis gelegt.
Die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Gräfelfing überprüft derzeit ihre Immobilienbestände, da sinkende Mitgliederzahlen und steigende Unterhaltskosten viele Gemeinden zum Abstoß nicht essenzieller Gebäude zwingen. Die Michaelskirche hat bereits ihr Pfarrhaus aus der kirchlichen Nutzung genommen; es wird nun im Rahmen eines Mietvertrags mit dem Landratsamt als Unterkunft für Geflüchtete genutzt.
Um die langfristige Rolle der Kirche zu sichern, werden über 40.000 Euro in eine moderne, flexible Beleuchtung investiert. Diese soll es ermöglichen, den Altarbereich bei weltlichen Veranstaltungen optisch abzutrennen. Langfristig könnten auch die fest installierten Kirchenbänke durch bewegliche Bestuhlung ersetzt werden, um die Nutzungsmöglichkeiten zu erweitern. Eine solche Umwidmung der Kirche könnte jedoch andere Gemeindegebäude überflüssig machen – eine Aussicht, die bei einigen Gemeindemitgliedern auf Skepsis stößt. Dekan Markus Ambrosy wird im Juli an einem Folgegespräch in Gräfelfing teilnehmen, um die Diskussionen mit der Gemeinde fortzuführen.
Die Zukunft der Michaelskirche hängt davon ab, ob es gelingt, sie zu einem flexibleren Ort für Gottesdienste und gemeindliche Aktivitäten umzugestalten. Zwar ruhen die Baupläne weiterhin, doch die Investition in die Beleuchtung markiert einen ersten Schritt in Richtung Anpassung. Die Ergebnisse des Julitreffens könnten entscheiden, wie sich die Kirche in den kommenden Jahren weiterentwickelt.