Milchpreise stürzen ab – doch Bio-Bauern profitieren von Rekordaufschlägen
Emil KrügerMilchpreise stürzen ab – doch Bio-Bauern profitieren von Rekordaufschlägen
Milchbauern sehen sich derzeit starken Preisschwankungen gegenüber, da die Milchpreise in ganz Europa einbrechen. Im Januar 2026 sank der garantierte Preis von FrieslandCampina für konventionelle Milch auf 39,50 Cent pro Kilogramm – der niedrigste Stand seit 2021. Doch bei Bio-Erzeugern zeigt sich ein anderes Bild: Hier weiten sich die Aufschläge aus, und einige Preise steigen sogar.
Der Rückgang bei konventioneller Milch ist dramatisch. Innerhalb von nur vier Monaten fiel der Preis von FrieslandCampina von 56 Cent im Januar 2025 auf 39,50 Cent im Januar 2026. Auf dem Spotmarkt für frei gehandelte Milch brach der Preis vor den Feiertagen sogar unter 20 Cent pro Kilogramm ein. Analysten führen dies auf schwächere Erlöse bei Grundprodukten wie Butter und Magermilchpulver zurück, deren Einzelhandelspreise stark gefallen sind: Eine 250-Gramm-Packung Butter einer deutschen Marke kostet mittlerweile nur noch 0,99 Euro – vor einem Jahr waren es noch 2,39 Euro.
Auch das Angebot spielt eine Rolle. Die Milchproduktion Anfang Dezember lag fast 7,5 Prozent über dem Vorjahreswert, während die Jahresproduktion um 0,8 Prozent stieg. Trotz dieses Überangebots hält sich der Preis für Biomilch stabil. First Milk erhöhte den garantierten Bio-Milchpreis für Januar 2026 auf 32,25 Pence pro Liter. Der Bio-Aufschlag von FrieslandCampina liegt mittlerweile bei über 70 Prozent, mit einer Differenz von 28,5 Cent zwischen Bio- und konventionellen Preisen. Der Bio-Preis stieg sogar auf 68 Cent pro Kilogramm – ein Anstieg um 5 Cent seit Anfang 2025.
Die Erzeugerpreise zeigen ein gemischtes Bild. Rohmilch wird im Schnitt mit 35,7 Cent pro Kilogramm bewertet, basierend auf den Märkten für Butter und Magermilchpulver. Während die Preise für konventionelle Milch jedoch fallen, bleiben die Lieferungen von Biomilch – die seit August steigen – stabil und schützen die Erzeuger vor den schlimmsten Auswirkungen des Preisverfalls.
Die Kluft zwischen Bio- und konventionellen Milchpreisen war noch nie so groß. Landwirte, die Standardmilch liefern, verzeichnen die niedrigsten Erträge seit Jahren, während Bio-Erzeuger von steigenden Aufschlägen profitieren. Angesichts von Überangebot und schwacher Nachfrage, die die Preise weiter drücken, wird diese Spaltung die Milchmärkte noch weit bis ins Jahr 2026 prägen.