Modularer Holzbau soll Deutschlands Wohnungsnot mit Tempo und Nachhaltigkeit lösen
Philipp LangeModularer Holzbau soll Deutschlands Wohnungsnot mit Tempo und Nachhaltigkeit lösen
Deutschland kämpft mit Wohnungsmangel – nur etwas mehr als die Hälfte der angestrebten 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr wurde zwischen 2022 und 2024 fertiggestellt. Besonders für Haushalte mit niedrigem und mittlerem Einkommen reicht das aktuelle Angebot in dem 84-Millionen-Einwohner-Land bei Weitem nicht aus.
Modularer Wohnungsbau gewinnt als Lösung für die Krise an Bedeutung. Bei dieser Methode kommen industrielle Prozesse und standardisierte Bauteile zum Einsatz, was die Kosten im Vergleich zu herkömmlichen Individualbauten senkt. Die Vorfertigung in Werkhallen steigert die Präzision und schützt Arbeiter sowie Materialien vor widrigen Wetterbedingungen. Das Verfahren eignet sich nicht nur für Neubauten, sondern auch für Erweiterungen und Sanierungen bestehender Immobilien.
Deutsche Holzbauunternehmen bieten bereits vorgefertigte Lösungen für Großprojekte und Serienmodernisierungen an. Ganze Räume inklusive technischer Anschlüsse werden in Fabriken montiert – ähnlich wie in der Automobilproduktion. Experten gehen davon aus, dass der Einsatz natürlicher Materialien, insbesondere von Holz, sowohl im Neubau als auch bei der Modernisierung von Wohngebäuden weiter zunehmen wird.
Michael Eyrich-Halbig, Obermeister der Zimmerer und Vizepräsident des Deutschen Fertigbauverbands Holzbau (DHV), fordert schnellere Bau- und Sanierungsprozesse. Zudem plädiert er für weniger Bürokratie und bezahlbareren Wohnraum. Der DHV vertritt gemeinsam mit dem ZimmerMeisterHaus-Verband (ZMH) und der 81fünf high-tech & holzbau AG die Interessen von über 300 Unternehmen der Baubranche, die sich für gemeinsame Ziele einsetzen.
Der modulare Holzbau bietet eine schnellere und kostengünstigere Möglichkeit, Deutschlands Wohnungsbedarf zu decken. Mit Branchenunterstützung und wachsender Nachfrage nach nachhaltigen Materialien könnte dieser Ansatz dazu beitragen, die Lücke im Wohnungsmarkt zu schließen. Im Fokus stehen Effizienz, Bezahlbarkeit und Skalierbarkeit.






