17 February 2026, 18:37

Mordprozess nach tödlichem Hochgeschwindigkeits-Unfall in Kaufbeuren

Ein Liniendiagramm auf einem weißen Hintergrund mit der Überschrift "United States Highway Fatalities" und zwei Linien, einer blauen und einer roten, die den Trend der Todesfälle im Laufe der Zeit zeigen, mit einer Legende, die die Bedeutung der Farben erklärt.

Tödliche Raserei - Angeklagter im Mordprozess bereut seine Tat - Mordprozess nach tödlichem Hochgeschwindigkeits-Unfall in Kaufbeuren

Ein 21-jähriger Mann steht wegen Mordes vor Gericht, nachdem ein Hochgeschwindigkeitsunfall in Kaufbeuren einen Toten und zwei Verletzte gefordert hatte. Der Angeklagte, der nach der Tat flüchtete und später in der Nähe der ukrainischen Grenze festgenommen wurde, räumte überhöhte Geschwindigkeit ein, bestreitet jedoch jede Tötungsabsicht. Nun hängt der Fall davon ab, ob sein Handeln nach deutschem Recht die juristischen Voraussetzungen für Mord erfüllt.

Der Vorfall begann, als der Angeklagte – ohne Führerschein und am Steuer eines 240-PS-starken Fahrzeugs – mit bis zu 180 km/h durch Kaufbeuren raste. Er versuchte, eine Polizeikontrolle zu umgehen, während er unter dem Einfluss von Kokain und Alkohol stand. Die rasende Fahrt endete in einem Frontalzusammenstoß mit einem anderen Auto, dessen 20-jähriger Fahrer ums Leben kam. Zwei Insassen wurden verletzt.

Vor Gericht gab der Angeklagte zu, vor der Polizei geflohen zu sein, beteuerte jedoch, niemanden verletzen zu wollen. Sein Verteidiger unterstrich dies und argumentierte, der Unfall sei ungewollt passiert und sein Mandant bereue die Tat zutiefst. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm hingegen Mord vor und führt an, sein extremes Leichtfertigkeitsverhalten zeige eine billigende Inkaufnahme tödlicher Folgen.

Das Landgericht Kempten hat zwei weitere Verhandlungstermine angesetzt; ein Urteil könnte bereits kommenden Dienstag fallen. Im Mittelpunkt der juristischen Debatte steht, ob das Handeln des Angeklagten die strengen Kriterien für Mord nach deutscher Rechtsprechung erfüllt. Zwar ermöglichte das Kurfürstendamm-Urteil von 1973 Mordanklagen bei bedingtem Vorsatz (dolus eventualis), doch spätere Entscheidungen – etwa in den Autobahnraser-Fällen – setzten die Hürden höher. Seither werden solche Taten oft nur als Totschlag gewertet, sofern keine klaren Beweise für eine besonders verwerfliche, wissentliche Rücksichtslosigkeit vorliegen.

Nach dem Unfall floh der Angeklagte zu Fuß und wurde schließlich in Polen nahe der ukrainischen Grenze gefasst. Neben dem Mordvorwurf muss er sich wegen illegalen Straßenrennens mit Todesfolge und weiteren Delikten verantworten.

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Nun muss das Gericht entscheiden, ob die Tat als Mord oder als minder schweres Vergehen zu werten ist. Ein Urteil könnte bereits nächste Woche fallen und die rechtlichen Konsequenzen für den Unfall klären, der ein Menschenleben kostete und zwei weitere verletzte. Der Fall stellt zudem eine Bewährungsprobe dafür dar, wie deutsche Gerichte vorsatzbasierte Mordanklagen in Hochgeschwindigkeits-Verkehrsdelikten anwenden.