MTU-Chef Bussmann fordert rasche Entscheidung für Europas neues Kampfflugzeug

Johanna Peters
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Ein Plakat mit einem zentralen Kampfflugzeug, umgeben von Menschen und Flaggen, mit dem Text "Amerikas Partnerschaft 2006" unten.Johanna Peters

MTU-Chef Bussmann fordert rasche Entscheidung für Europas neues Kampfflugzeug

MTU Aero Engines-Chef Johannes Bussmann drängt auf schnellere Entscheidung für Europas nächstes Kampfflugzeugprogramm

Der Vorstandsvorsitzende von MTU Aero Engines, Johannes Bussmann, hat eine zügigere Entscheidung über das nächste europäische Kampfflugzeugprogramm gefordert. Er warnte, dass die Abhängigkeit von US-amerikanischen F-35-Kampfjets angesichts der sich wandelnden Sicherheitslage riskant sei. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der sich Frankreich, Deutschland und Spanien hinter das FCAS-Projekt (Future Combat Air System) stellen, während das konkurrierende GCAP/Tempest-Programm bisher nur von Großbritannien und Italien unterstützt wird.

Bussmann betonte die Dringlichkeit eines in Europa entwickelten Kampfflugzeugs, um die verteidigungspolitische Unabhängigkeit des Kontinents zu wahren. Als Beispiel für die sich verändernde Kriegsführung verwies er auf den Ukraine-Krieg. Seiner Ansicht nach kann es sich Europa in einem unberechenbaren globalen Umfeld nicht leisten, von amerikanischen Flugzeugen wie der F-35 abhängig zu sein.

MTU unterstützt einen Vorschlag für zwei verschiedene Kampfflugzeugmodelle – ein kleineres und ein etwas größeres –, um den unterschiedlichen militärischen Anforderungen der Länder gerecht zu werden. Obwohl Bussmann dies als "zweitbeste Lösung" bezeichnete, argumentierte er, dass sie kostengünstiger wäre, wenn beide Modelle Triebwerke desselben Konsortiums nutzen würden. Das größte Hindernis, so Bussmann, bleibe jedoch die angespannte Zusammenarbeit zwischen Airbus und Dassault im Rahmen des FCAS-Projekts.

Über Kampfflugzeuge hinaus sieht Bussmann Wachstumschancen in wiederverwendbaren Drohnen, die mit Antriebstechnologie von MTU betrieben werden. Das Unternehmen strebt an, seinen Umsatz im Verteidigungsbereich in den nächsten zehn Jahren durch einen abgestimmten europäischen Ansatz zu verdoppeln.

Da bisher nur drei europäische Länder fest hinter FCAS stehen, hängt die Zukunft des Projekts davon ab, industrielle Konflikte zu lösen und breitere Unterstützung zu sichern. MTUs Vorstoß für eine Zwei-Jet-Lösung und die Ausweitung des Verteidigungsgeschäfts spiegeln die größeren Bemühungen wider, Europas militärische Eigenständigkeit zu stärken. Die Pläne des Unternehmens hängen nun von politischen und industriellen Entscheidungen in den kommenden Monaten ab.

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