20 March 2026, 14:12

Münchens Zukunft steht zur Wahl: Krause oder Reiter im Stichwahl-Duell

Schwarzes und weißes Foto einer belebten Münchner Stadtstraße mit Fußgängern, Fahrzeugen und Gebäuden, Bäumen im Hintergrund und Text unten.

Münchens Zukunft steht zur Wahl: Krause oder Reiter im Stichwahl-Duell

Münchens Zweiter Bürgermeister Dominik Krause stellt Amtsinhaber Dieter Reiter bei Stichwahl am 22. März 2026

Am kommenden Sonntag, den 22. März 2026, tritt Münchens Zweiter Bürgermeister Dominik Krause gegen den amtierenden Oberbürgermeister Dieter Reiter in einer Stichwahl an. Der Wahlkampf hat tiefe Gräben in Fragen von Führungsstil, Wohnungsbaupolitik und den olympischen Ambitionen der Stadt offenbart. Krause, der sonst Kontroversen meidet, sieht sich plötzlich im Zentrum eines hitzigen Wahlkampfs.

Reiter gerät zunehmend in die Kritik, insbesondere wegen eines Skandals um nicht genehmigte Nebentätigkeiten für den FC Bayern, für die er 90.000 Euro ohne ordnungsgemäße Freigabe erhalten haben soll. Seine zunächst abwiegelnde Reaktion auf die Vorwürfe verstärkte den Eindruck eines herablassenden Führungsstils. Um sein Image aufzupolieren, verteilt Reiter inzwischen rote Rosen und gibt Fehler öffentlich zu.

Krause hingegen hat sich in seiner politischen Laufbahn stets im Hintergrund gehalten. Seine seltenen pointierten Äußerungen – wie 2023 die Bezeichnung des Oktoberfests als "größte Drogenmeile der Welt" – bilden die Ausnahme. Als stellvertretender Oberbürgermeister hat er im Gegensatz zu Reiter bisher keine großen politischen Vorhaben umgesetzt, sondern setzt auf Zukunftspläne. Dazu gehören die Umwandlung leerstehender Büroräume in Wohnraum sowie die Schaffung einer zentralen Stelle gegen überhöhte Mietpreise. Zudem wirbt er für eine Reform der städtischen Verwaltungskultur und betont, ein Oberbürgermeister müsse "die Richtung vorgeben, aber auch Teamplayer sein und den Kollegen vertrauen".

Eines der umstrittensten Themen zwischen den beiden Kandidaten ist Münchens Bewerbung um die Olympischen Spiele. Krause unterstützt das Vorhaben öffentlich – eine Haltung, die innerhalb seiner eigenen Partei, den Grünen, auf Widerstand stößt. Viele Wähler sehen seinen Abstand zu Reiters Skandalen als entscheidenden Vorteil, auch wenn seine ehrgeizigen, aber noch unerprobten Pläne Skepsis wecken.

Die Wahl wird zeigen, ob München Krauses reformerischen Kurs einschlägt oder an Reiters umkämpfter Führung festhält. Wohnungsbau und Nahverkehrsprojekte stehen im Mittelpunkt von Krauses Programm, bisher jedoch eher als Versprechen denn als umgesetzte Erfolge.

Die Stichwahl entscheidet über Münchens nächsten Oberbürgermeister. Krause bietet einen Bruch mit Reiters problematischer Amtszeit. Falls gewählt, werden seine Pläne für Wohnungsreformen und eine kooperativere Stadtverwaltung sofort auf den Prüfstand gestellt. Das Ergebnis wird auch verraten, ob die Wähler beim Umgang mit den Herausforderungen der Stadt auf Veränderung oder auf Erfahrung setzen.

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