29 April 2026, 04:47

Münchner Kammerspiele feiern siebenstündiges Wallenstein-Epos beim Theatertreffen

Titelbild eines aufgeschlagenen Buches mit der Aufschrift "The Theatre: A Monthly Review of the Drama, Music, and the Fine Arts", das eine Textseite und ein Logo zeigt.

Münchner Kammerspiele feiern siebenstündiges Wallenstein-Epos beim Theatertreffen

Deutsches Theater ist seit langem für seine Marathon-Aufführungen bekannt. Nun präsentieren die Münchner Kammerspiele Wallenstein: Ein Fest des Krieges in sieben Gängen – ein siebenstündiges Epos, das in diesem Jahr beim Berliner Theatertreffen gezeigt wird. Der Trend zu ultra-langen Produktionen zieht weiterhin Publikum an, selbst als während der Pandemie kürzere Stücke an Bedeutung gewannen.

Die Tradition ausufernder Theaterabende reicht Jahrzehnte zurück. Einstein on the Beach von Robert Wilson feierte 1976 Premiere und dauerte vier bis fünf Stunden. In den 1990er-Jahren dehnte sich Luk Percevals Schlachten beim Salzburger Festspiel 1999 auf zwölf Stunden aus.

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Der Aufstieg des Regietheaters in den 1970er- und 1980er-Jahren trieb diese Grenzen weiter voran. Nora Hertlein-Hull, Leiterin des Berliner Theatertreffens, erlebte ihre erste ultra-lange Produktion im Jahr 2007. Aktuelle Beispiele sind Die Brüder Karamasow am Schauspielhaus Bochum 2023, das sieben Stunden dauerte.

Das Berliner Theatertreffen selbst unterstreicht diesen Trend, indem es jährlich zehn herausragende Inszenierungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz einlädt. Karten für diese langen Stücke sind oft schnell ausverkauft. Unterdessen bereitet die Berliner Volksbühne eine Neuauflage von Peer Gynt vor, dessen erste Fassung einst acht Stunden dauerte.

Zwar erfasst der Deutsche Bühnenverein keine Spielzeiten statistisch, doch die Nachfrage nach Marathon-Theater bleibt ungebrochen. Das Publikum schätzt diese intensiven Erlebnisse – ein Beweis dafür, dass langlaufende Produktionen nach wie vor einen festen Platz in der deutschen Kultur haben.

Quelle