Neuköllns Bildungsstadträtin wegen Instagram-Posts zum Nahostkonflikt gerügt
Philipp LangeNeuköllns Bildungsstadträtin wegen Instagram-Posts zum Nahostkonflikt gerügt
Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel hat die Stadträtin für Bildung, Janine Wolter (SPD), offiziell gerügt – wegen Instagram-Beiträge im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt. Die disziplinarische Maßnahme folgt auf Kritik an ihrer Online-Aktivität, zu der auch die Weiterverbreitung von Inhalten eines umstrittenen politischen Influencers zählte.
Auslöser des Streits war eine offizielle Anfrage der Neuköllner CDU-Fraktion zu Wolters Instagram-Posts. Diese waren im Herbst 2025 veröffentlicht worden, darunter eine temporäre Story, die nach 24 Stunden wieder verschwand. Wolter hatte Beiträge des Influencers, der für einseitige Israel-Kritik bekannt ist, gelikt oder geteilt.
Hikel begründete die Rüge damit, dass Wolter die von einer Stadträtin erwartete Mäßigung, Zurückhaltung und Neutralität nicht gewahrt habe. Das Thema wurde in der jüngsten Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Neukölln aufgegriffen. Wolter reagierte mit der Aussage, sie habe die Ansichten des Influencers nicht näher geprüft und werde dessen Inhalte künftig nicht mehr teilen.
Die Rüge erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Hikel seinen Rücktritt als Bezirksbürgermeister ankündigte – mit Verweis auf mangelnde Rückendeckung in der eigenen Partei. Wolter, die bereits von der Neuköllner SPD-Führung nominiert worden war, erhielt auf einem Parteitag die Bestätigung ihrer Kandidatur. Sie bleibt damit eine Anwärterin auf Hikels Nachfolge als Leiterin des Bezirksamts.
Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die Spannungen um das Social-Media-Verhalten lokaler Politiker. Trotz der Kritik läuft Wolters Bewerbung um das Amt des Bezirksbürgermeisters weiter. Der Vorfall unterstreicht, wie stark öffentliche Persönlichkeiten wegen ihres Online-Auftritts unter Beobachtung stehen.
