Norwegen triumphiert im Biathlon-Drama mit umstrittenem Finale in Ruhpolding
Philipp LangeNorwegen triumphiert im Biathlon-Drama mit umstrittenem Finale in Ruhpolding
Norwegen sicherte sich einen packenden Sieg in der Frauen-Staffel über 4x6 Kilometer beim Biathlon-Weltcup 2026 in Ruhpolding. Das Rennen endete mit einem dramatischen Spurtfinale, bei dem die 22-jährige Maren Kirkeeide die Italienerin Lisa Vittozzi auf den letzten Metern mit nur 0,9 Sekunden Vorsprung überholte.
Das norwegische Team setzte auf Kirkeeide als Schlussläuferin, um den Sieg zu sichern. In den letzten Metern wagte sie einen kühnen Zug – sie schnitt Vittozzi die Laufbahn ab und blockierte so ihren Weg. Die Taktik war zwar regelkonform, löste aber eine Debatte über ihre Fairness aus.
Nach dem Zieleinlauf gab Kirkeeide zu, im Eifer des Gefechts "den Kopf verloren" zu haben. Später entschuldigte sie sich für das aggressive Manöver und räumte ein, es sei unsportlich gewesen. Vittozzi nahm die Niederlage trotz des Rückschlags mit Anstand hin. "Sie war einfach stärker", sagte die italienische Biathletin und lehnte es ab, die umstrittene Sprintaktion ihrer Gegnerin zu kritisieren.
Norwegens Triumph in Ruhpolding hing von einer Sekundenentscheidung im Finalspurt ab. Kirkeeides entschlossener Vorstoß sicherte das Gold, doch ihre Entschuldigung unterstrich die angespannte Stimmung des Moments. Das Rennen wird für seine Intensität und den knappen Vorsprung in Erinnerung bleiben, der den ersten vom zweiten Platz trennte.