24 March 2026, 14:16

Nurejews Ballett triumphiert in Berlin nach Russlands Verbot als künstlerischer Protest

Eine Balletttänzerin in einem weißen Tutu und Spitzenschuhen tanzt auf der Bühne, während das Publikum zusieht, mit einer gemalten Burg als Hintergrund.

Nurejews Ballett triumphiert in Berlin nach Russlands Verbot als künstlerischer Protest

Nurejews Ballett feiert in Berlin ein Comeback – nach Russlands Verbot

Das Ballett Nurejew erlebt in Berlin eine Renaissance, nachdem es in Russland verboten wurde. Die ursprünglich 2017 in Moskau uraufgeführte Produktion sah sich wegen ihrer LGBTQ+-Thematik und des politischen Drucks auf ihre Schöpfer mit Zensur konfrontiert. Nun zieht ihre Wiederbelebung an der Deutschen Oper internationale Anerkennung auf sich und steht als trotziges Bekenntnis zur künstlerischen Freiheit.

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Die Geschichte Rudolf Nurejews begann 1938, geboren als Sohn baschkirisch-tatarischer Eltern während einer Reise auf der Transsibirischen Eisenbahn in der Nähe des Baikalsees. Sein Leben inspirierte später ein Ballett, das 1995 am Berliner Staatsballett Premiere feierte. Doch erst die Produktion des Bolschoi-Theaters von 2017 – inszeniert von Kirill Serebrennikow und choreografiert von Juri Possochow – brachte ihm weltweite Aufmerksamkeit. Serebrennikow stand damals jedoch unter Hausarrest und wurde später wegen Untreue verurteilt, was ihn ins Exil zwang.

Der erste Akt des Balletts fängt Nurejews feurigen Geist und seine künstlerische Brillanz eindrucksvoll ein, auch wenn Kritiker bemängeln, dass der zweite Akt nicht dieselbe emotionale Wucht entfaltet. Sein Höhepunkt bleibt dennoch berührend: eine ergreifende Darstellung der letzten Tage des Tänzers, die 1993 mit seinem Tod an den Folgen von Aids endet. Bis 2023 führten Russlands verschärfte LGBTQ+-Propagandagesetze schließlich zum vollständigen Verbot des Stücks – seine Botschaft wurde im Land zum Schweigen gebracht.

2024 wurde die Neuinszenierung an der Deutschen Oper unter Serebrennikows Regie zu einem Triumph. Das Publikum reagierte mit stehenden Ovationen und feierte die Produktion als Sieg der künstlerischen Ausdrucksfreiheit. Possochow, in der Ukraine geboren und heute US-Bürger, arbeitet unterdessen trotz des anhaltenden Krieges weiterhin in Russland – ein Beispiel für die komplexen Realitäten, mit denen Künstler heute konfrontiert sind.

Die Berliner Wiederauflage von Nurejew steht in scharfem Kontrast zu seiner Unterdrückung in Russland. Mit ausverkauften Vorstellungen und breiter Anerkennung gedeiht das Ballett nun jenseits der Zensur, die es einst erstickte. Sein Erfolg unterstreicht die anhaltende Kraft der Kunst, Unterdrückung herauszufordern und das Vermächtnis eines der größten Ballettikonen zu ehren.

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