Ostdeutsche Landwirte protestieren gegen EU-Mercosur-Abkommen und unfaire Importkonkurrenz
Emil KrügerBauernproteste: Sachsens Agrarminister kritisiert EU-Pläne - Ostdeutsche Landwirte protestieren gegen EU-Mercosur-Abkommen und unfaire Importkonkurrenz
Landwirte in Ostdeutschland bereiten sich diese Woche auf Proteste gegen das EU-Mercosur-Freihandelsabkommen vor. Im Mittelpunkt stehen Befürchtungen, dass günstigere Importe aus Südamerika die heimischen Erzeuger verdrängen könnten. Sachsens Agrarminister unterstützt ihre Forderung nach faireren Bedingungen, bevor ein Abkommen unterzeichnet wird.
Das EU-Mercosur-Abkommen sollte ursprünglich im Dezember 2020 verabschiedet werden. Seither hat der Widerstand zugenommen, insbesondere unter deutschen Landwirten und Umweltschutzorganisationen. Der Deutsche Bauernverband, regionale Verbände wie der Bauernbund Brandenburg sowie NGOs wie Greenpeace und Misereor haben scharfe Kritik geäußert.
Protestaktionen sind entlang von Autobahnen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern geplant. Eine weitere große Demonstration soll in Brüssel stattfinden – zeitlich abgestimmt auf die EU-Beratungen zum Abkommen. Die Landwirte fürchten, dass das Abkommen die Märkte mit billigeren Importen überfluten und sie damit in eine ungünstige Position drängen könnte. Sachsens Agrarminister Georg-Ludwig von Breitenbuch warnte, dass ungleiche Standards die heimischen Produzenten benachteiligen könnten. Er besteht darauf, dass das Abkommen für südamerikanische Waren dieselben Regeln vorschreiben muss wie für europäische Landwirte. Ohne solche Schutzmechanismen, so seine Argumentation, drohe der heimischen Landwirtschaft massiver wirtschaftlicher Druck.
Die Proteste spiegeln tiefe Sorgen über faire Handelsbedingungen und Wettbewerbsverzerrungen wider. Sollte das Abkommen ohne strengere Importregeln in Kraft treten, warnen die Landwirte vor langfristigen Schäden für ihre Existenzgrundlage. Mit der anstehenden endgültigen Entscheidung der EU-Beamten sind weitere Demonstrationen zu erwarten.