03 March 2026, 19:44

Österreich treibt systematische Abschiebungen nach Syrien voran – was das bedeutet

Ein Plakat mit einer Karte von Syrien, das die Anzahl der Menschen hervorhebt, die vor innerer Gewalt fliehen, begleitet von Text und Grafiken mit weiteren Informationen.

Österreich treibt systematische Abschiebungen nach Syrien voran – was das bedeutet

Österreich drängt auf strengere Migrationskontrollen und schnellere Rückführungen von Asylsuchenden in ihre Herkunftsländer. Beim Münchner Sicherheitskonferenz im Februar 2026 führte Innenminister Gerhard Karner hochrangige Gespräche, um die internationale Zusammenarbeit bei Abschiebungen zu stärken. Die Treffen deuteten auf einen Wandel hin zu systematischeren Rückführungen – insbesondere von syrischen Migrant:innen.

Karner nahm vom 13. bis 14. Februar an der Konferenz teil, wo er mit Schlüsselvertretern aus Europa und dem Nahen Osten zusammenkam. Im Mittelpunkt standen die Beschleunigung von Rückführungen sowie verschärfte grenzüberschreitende Maßnahmen gegen illegale Migration.

Er führte bilaterale Gespräche mit dem deutschen Innenminister Alexander Dobrindt, EU-Kommissar Magnus Brunner und dem niederländischen Migrationsminister David van Weel. Ziel war es, die europäischen Linien in Sachen Migration und Abschiebeverfahren enger abzustimmen.

Zudem traf Karner den irakischen Außenminister Fuad Hussein und seinen syrischen Amtskollegen Asaad al-Shaibani. Die Gespräche drehten sich um die beschleunigte Rückkehr von Migrant:innen in ihre Herkunftsländer – mit besonderem Fokus auf Syrien. Mit dem UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Barham Ahmad Salih, erörterte er zudem Rückführungspläne und lotete die Möglichkeit von Rückkehrzentren außerhalb Europas aus.

Der Kurswechsel Österreichs folgt auf Jahre mit nur begrenzten Abschiebungen nach Syrien. Seit 2020 gab es kaum nennenswerte Änderungen – bis Ende 2024, als der Sturz des Assad-Regimes zu einem deutlichen Rückgang syrischer Asylanträge führte. Zum Vergleich: In Deutschland gingen die Zahlen um fast 50 Prozent zurück. Nun setzt Wien nicht mehr auf Einzelfalllösungen, sondern auf einen strukturierten, flächendeckenden Ansatz.

Die Konferenz markierte einen Schritt zu einer engeren Migrationszusammenarbeit zwischen Österreich und seinen Partnern. Künftige Maßnahmen dürften systematischere Abschiebungen nach Syrien sowie eine stärkere Koordination mit den Herkunftsländern umfassen. Die Gespräche ebneten zudem den Weg für weitere hochrangige Austausche zu diesem Thema.

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