Playmobil schließt Dietenhofer Werk – 350 Jobs in Gefahr und Proteste flammen auf
Emil KrügerProteste gegen die Schließung der Playmobil-Produktion in Franken - Playmobil schließt Dietenhofer Werk – 350 Jobs in Gefahr und Proteste flammen auf
Playmobil hat Pläne bekannt gegeben, sein Werk in Dietenhofen zu schließen – damit stehen 350 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Der Standort produziert seit über einem halben Jahrhundert die ikonischen Plastikfiguren. Nun wehren sich Mitarbeiter und Gewerkschaften gegen die Entscheidung.
Letzte Woche versammelten sich rund 120 Beschäftigte aus Früh- und Spätschichten vor dem Dietenhofer Werk, um gegen die Schließung zu protestieren. Die Demonstration fand nur wenige Tage nach der Nürnberger Spielwarenmesse statt, auf der Playmobil-Vorstand Bahri Kurter noch optimistisch über die Erholung des Unternehmens gesprochen hatte. Eine Woche später erfuhren die Mitarbeiter von den geplanten Schließungsplänen.
Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) bezeichnet die Stilllegung als Fehler. Sie fordert faire Abfindungen für die Betroffenen. Gleichzeitig organisieren Gewerkschaft und Betriebsrat weitere Proteste, um die Unternehmensführung zum Umdenken und zur Prüfung von Alternativen zu bewegen.
Die Umsätze von Playmobil sind in den vergangenen Jahren stark eingebrochen – die Erlöse sanken um mehr als ein Drittel. Wie viele Produktionsstandorte das Unternehmen weltweit betreibt, ist nicht bekannt, doch zu den wichtigsten zählen Malta und Tschechien. Die Produktion aus Dietenhofen soll in andere Werke des bestehenden Netzwerks verlagert werden.
Die Schließung bedroht einen traditionsreichen Produktionsstandort in Mittelfranken. Mitarbeiter und Gewerkschaften werden weiter für bessere Konditionen oder eine Rücknahme der Entscheidung kämpfen. Einen konkreten Zeitplan für die Stilllegung hat das Unternehmen bisher nicht genannt.






