23 February 2026, 20:32

Quesnes absurdes Theaterstück feiert Deutschlandpremiere zwischen Berlin und Hamburg

Eine Zeichnung eines Theaterauditoriums mit sitzenden Menschen, detaillierten Wanddesigns, einer beleuchteten Decke und dekorativem Text am unteren Rand.

Quesnes absurdes Theaterstück feiert Deutschlandpremiere zwischen Berlin und Hamburg

Ein hölzerner Klappstuhl baumelt von der Decke des Berliner Theaters – der Auftakt zu Philippe Quesnes neuestem Stück. Unter dem Titel "Le Paradoxe de John" verbindet die Produktion Slapstick, Absurdität und scharfen Humor, um die Kunstwelt auf die Schippe zu nehmen. Die Inszenierung, die im vergangenen November in Paris Premiere feierte, ist nun für ihre Deutschlandpremiere im Berliner HAU zu sehen, bevor sie weiter nach Hamburg ins Kampnagel zieht.

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Den Anfang macht eine Installation mit dem Namen "Der emanzipierte Zuschauer" – ein schlichter, wie gemieteter Stuhl, der in Augenhöhe schwebt. Doch kaum hat das Publikum ihn wahrgenommen, wird er mit einer Plastikplane verhüllt, darunter ein Paar Cowboystiefel versteckt. Die Szene gibt den Ton an für eine Reihe unerwarteter Momente, in denen Komik auf surreale Wendungen trifft.

Im Zentrum der Produktion steht die Lyrik von Laura Vazquez, Trägerin des Prix Goncourt für Poesie 2023. Ihre Texte bilden das kreative Fundament für Quesnes Erkundung von Kunst, Macht und Absurdität. Das Stück entfaltet sich in bruchstückhaften Szenen – von Slapstick-Nummern bis zu satirischen Seitenhieben auf die Galerienwelt.

Isabelle Angotti schlüpft in die Rolle einer Galeristin oder Aufseherin und führt die Zuschauer durch die fiktiven Ausstellungsräume eines gewissen "Serge". Im Verlauf treten drei neue Figuren auf – Céleste Brunnquell, Marc Susini und Veronika Vasilyeva-Rije –, die eine Verschiebung der Machtverhältnisse andeuten. Selbst der Name der Installation ändert sich mitten in der Vorstellung und wird zu "Die Zyste meiner Muster".

Für Quesne ist dies bereits die achte Produktion im HAU, einem Haus, das für experimentelles Theater steht. Nach den Berliner Vorstellungen gastiert das Stück im Kampnagel in Hamburg und setzt seine Deutschlandtournee fort.

Die Aufführung hinterlässt beim Publikum eine Mischung aus Lachen und Nachdenklichkeit, nutzt Satire, um die Eigenheiten der Kunstszene zu sezieren. Quesnes Markenzeichen – eine Mischung aus Humor und Surrealismus – bleibt erhalten, während Vazquez' Lyrik dem Stück zusätzliche Tiefe verleiht. Der Weg der Inszenierung von Paris über Berlin nach Hamburg unterstreicht ihre wachsende Präsenz im europäischen Theater.