RAW-Gelände in Berlin: Investor erklärt Planungsprozess für gescheitert – Kultur in Gefahr
Philipp LangeRAW-Gelände in Berlin: Investor erklärt Planungsprozess für gescheitert – Kultur in Gefahr
Das RAW-Gelände in Berlin-Friedrichshain bleibt ein Zankapfel zwischen dem Bezirk und seinem Eigentümer, der Kurth Group. Nach fast 11 Jahren Verhandlungen hat sich die Lage zugespitzt – der Investor erklärt den Planungsprozess nun für gescheitert. Die Zukunft des Areals steht auf dem Spiel, während beide Seiten um Bebauung und kulturellen Erhalt ringen.
Die Kurth Group erwarb das RAW-Gelände 2015. Seither versucht der Bezirk, gewinnbringende Entwicklung mit dem Schutz der subkulturellen Räume in Einklang zu bringen. Ein Durchbruch schien 2022 möglich, als eine Vereinbarung vorsah, das „kulturelle L“-Ensemble für 30 Jahre mit niedrigen Mieten zu sichern.
2023 wurden die Gespräche wiederaufgenommen, doch die Kurth Group drängte auf Baubeginn noch vor Abschluss der Planung. Der Bezirk verweigerte vorzeitige Baugenehmigungen – die Verhandlungen gerieten ins Stocken. 2024 zog sich der Investor zurück und setzt nun auf lukrativere Wohnprojekte.
Erst kürzlich lehnte die Gruppe einen im Mai ausgehandelten Rahmenvertrag ab und bezeichnete ihn als „Verrat“ an früheren Absprachen. Der Prozess sei „endgültig gescheitert“, heißt es nun. Derweil muss der Club Cassiopeia, der mit einem abgelaufenen Mietvertrag weiter Miete zahlt, bis Monatsende räumen. Am Wochenende war das Gelände dennoch belebt: Vor dem Club Astra versammelten sich Menschen zu einer öffentlichen Fußball-Übertragung.
Der Streit lässt die Zukunft des RAW-Geländes ungewiss. Cassiopeia droht die Räumung, und die Bemühungen des Bezirks um den Erhalt der Kulturflächen stehen auf der Kippe. Mit dem Fokus der Kurth Group auf Wohnungsbau könnte sich das Areal von seinen subkulturellen Wurzeln entfernen.






