02 April 2026, 14:14

Reiche kündigt radikale Wende in der Solarenergie-Förderung an

Balkendiagramm, das die monatliche Solarstromerzeugung in den Vereinigten Staaten zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Reiche kündigt radikale Wende in der Solarenergie-Förderung an

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat weitreichende Änderungen in der deutschen Solarenergiepolitik angekündigt. Geplant ist der schrittweise Ausstieg aus den Fördergeldern für neue Photovoltaik(PV)-Anlagen sowie die stärkere Ausrichtung der Betreiber auf die Direktvermarktung. Damit soll die Einbindung von Solarstrom in das nationale Netz grundlegend reformiert werden.

Reiche kritisierte das aktuelle "Solarspitzen-Kappungsgesetz" als unzureichend für die Steuerung des Ausbaus erneuerbarer Energien. Die Regelung begrenzt die Einspeisung neuer Anlagen in Phasen negativer Strompreise. Stattdessen will die Ministerin den Ausbau der Erneuerbaren enger mit dem Netzausbau synchronisieren, um eine reibungslosere Integration zu gewährleisten.

Gleichzeitig beabsichtigt Reiche, die Kosten für den Netzausbau stärker auf die Betreiber von Wind- und Solaranlagen umzulegen. Zudem soll die Entschädigung für Erzeuger erneuerbarer Energien entfallen, die wegen Netzengpässen abgeregelt werden müssen. Diese Änderung betrifft Anlagen, die bisher noch unter den Redispatch-Regeln geschützt waren.

Für kleine PV-Anlagen schlägt die Ministerin eine verpflichtende Direktvermarktung vor: Betreiber sollen ihren Strom aktiv verkaufen müssen, statt ihn einfach ins Netz einzuspeisen. Reiche argumentiert, dass sich neue Kleinstanlagen bereits ohne Subventionen rechnen. Bestehende Anlagen behalten jedoch ihre EEG-Förderung.

Laut Daten der Bundesnetzagentur erreichten im zweiten Quartal 97 Prozent des erneuerbaren Stroms die Verbraucher. Mit ihren Reformen will Reiche Photovoltaikanlagen besser steuerbar machen, indem sie sie mit Speichern und intelligenter Einspeisetechnik verknüpft.

Die neuen Regelungen markieren einen Abschied von garantierten Solarstrom-Subventionen. Betreiber kleiner PV-Anlagen müssen sich auf die Direktvermarktung einstellen, während die Netzkosten zunehmend von den Erneuerbaren-Produzenten getragen werden. Die Änderungen spiegeln den Versuch wider, den Ausbau mit der Netzstabilität in Einklang zu bringen – ein zentraler Schritt im Rahmen der deutschen Energiewende.

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