Rekordzahl illegaler Grenzübertritte an der A96: 1.819 Fälle in einem Jahr
Emil KrügerRekordzahl illegaler Grenzübertritte an der A96: 1.819 Fälle in einem Jahr
Die Bundespolizei im Bereich Kempten verzeichnete im vergangenen Jahr einen deutlichen Anstieg illegaler Grenzübertritte. 2023 registrierten die Beamten 1.819 unerlaubte Einreisen, wobei fast die Hälfte am Grenzübergang Hörbranz an der Autobahn A96 erfolgte. Die meisten der Aufgegriffenen stammten aus Syrien, Afghanistan und der Türkei.
Allein im Oktober 2023 hielten die Behörden 225 Ausländer ohne gültige Einreisedokumente an. Die Route der A96, insbesondere die Kontrollstelle Hörbranz, entwickelte sich zu einem Brennpunkt und machte fast die Hälfte aller illegalen Einreisen aus. Zudem verzeichnete die Polizei einen Anstieg von Dokumentendelikten und erstattete im Laufe des Jahres 177 Anzeigen.
Die Kontrollen in Fernreisebussen erwiesen sich als besonders wirksam – fast 50 Prozent der unerlaubten Grenzübertritte wurden auf diese Weise aufgedeckt. Von den Festgenommenen wurden etwa 60 Prozent entweder direkt an der Grenze zurückgewiesen oder später abgeschoben. Gleichzeitig nahmen die Beamten 105 Schleuser fest, die im Zusammenhang mit der Einschleusung von 330 Migranten nach Deutschland standen.
Neben den Grenzverstößen registrierte die Inspektion Kempten im Jahr 2023 zudem 1.290 Treffer bei der Fahndung nach gesuchten Personen. Die A96 blieb auch in diesem Bereich ein zentraler Schwerpunkt – sowohl für illegale Einreisen als auch für dokumentenbezogene Straftaten.
Die Zahlen verdeutlichen die erheblichen Herausforderungen entlang des A96-Korridors, wo sowohl Schleuseraktivitäten als auch Dokumentenfälschungen zunahmen. Die Behörden konzentrieren ihre Kontrollmaßnahmen weiterhin auf diese Route, da insbesondere Buskontrollen und Grenzüberwachungen die höchsten Aufklärungsquoten erbringen.






