Rummenigge warnt vor Explosion der Beraterkosten im Fußballgeschäft
Johanna PetersRummenigge fordert Reformen im Beratergeschäft - Rummenigge warnt vor Explosion der Beraterkosten im Fußballgeschäft
Ehemaliger Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge fordert dringende Reformen im Spielerberater-Geschäft
Der frühere Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München, Karl-Heinz Rummenigge, hat zu dringenden Reformen in der Branche der Fußball-Spielervermittler aufgerufen. Er warnt, dass die explodierenden Provisionen den Transfermarkt unhaltbar machen und spricht von einem "Wettlauf ohne Ende". Seine Äußerungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Vereine unter immer höheren Kosten durch Beratergebühren ächzen.
In den vergangenen fünf Spielzeiten summierten sich die Ausgaben für Spielervermittler in Europas Top-Ligen – Premier League, La Liga, Serie A, Bundesliga und Ligue 1 – auf rund 2,1 Milliarden Euro. Das entspricht 1,75 Prozent der Gesamtumsätze der Ligen in Höhe von 120 Milliarden Euro. Der Anteil ist stetig gestiegen: von 1,4 Prozent in der Saison 2020/21 auf 2,1 Prozent im Spieljahr 2024/25 – getrieben vor allem durch die steigenden Transferausgaben in der Premier League. Allein in der Saison 2023/24 zahlten englische Clubs 580 Millionen Euro an Beraterhonorare.
Rummenigge betonte, dass Reformen notwendig seien, lehnte aber einen vollständigen Verbot von Spielervermittlern ab – eine Forderung, die der ehemalige DFB-Sportdirektor Matthias Sammer erhoben hatte. Stattdessen plädierte er für eine bessere Zusammenarbeit zwischen FIFA, UEFA, Vereinen, Ligen und Beratern, um die Kosten in den Griff zu bekommen. Auch Uli Hoeneß, ein weiterer langjähriger Bayern-Funktionär, teilte diese Bedenken und argumentierte, dass die Gebühren in keinem Verhältnis mehr zur tatsächlichen Leistung der Berater stünden.
Im letzten Transferfenster verdienten Spielervermittler mit Rekordsummen von 1,37 Milliarden US-Dollar. Rummenigge bezeichnete diese Beträge als "überzogen" und warnte, dass die Vereine den finanziellen Druck auf Dauer nicht tragen könnten. Hoeneß kündigte an, dass der FC Bayern künftig in Verhandlungen mit Beratern eine härtere Gangart einlegen werde.
Die Forderungen nach Reformen unterstreichen die wachsende finanzielle Belastung der Vereine durch Beraterprovisionen. Da die Kosten schneller steigen als die Einnahmen, wächst der Druck auf strengere Regulierungen. Die nächsten Schritte hängen davon ab, wie Fußballverbände und Vereine gemeinsam an einer Lösung arbeiten.






