Siemens baut KI-gesteuerte Hightech-Fabrik in Amberg für 200 Millionen Euro
Johanna PetersSiemens baut KI-gesteuerte Hightech-Fabrik in Amberg für 200 Millionen Euro
Siemens hat eine Investition von 200 Millionen Euro für den Bau einer hochmodernen Fabrik am Standort Amberg angekündigt. Die neue Anlage soll die Sparte Smart Infrastructure des Konzerns stärken und bis 2030 in Betrieb gehen. Vertreter aus Politik und Wirtschaft würdigen das Vorhaben als bedeutenden Impuls für die Stadt sowie für den bayerischen Hochtechnologie-Sektor.
Die Fabrik wird mit fortschrittlicher Automatisierungstechnik ausgestattet sein, darunter KI-gesteuerte Produktion und vollautomatisierte Logistik. Ziel ist es, die wachsende Nachfrage nach hochtechnologischen Elektronikprodukten zu bedienen und Ambergs Ruf als Vorreiter der digitalen Fertigung weiter zu festigen.
Das neue Werk setzt auf ein selbstlernendes, autonomes Produktionssystem, das durch künstliche Intelligenz gesteuert wird. Die KI analysiert Echtzeitdaten, um Auftragsplanung, Materialtransport und Anlagensteuerung zu optimieren. Zudem umfasst der Standort einen Reinraum für die Elektronikfertigung sowie fahrerlose Transportsysteme und humanoide Robotik.
Die bestehenden Siemens-Werke in Amberg zählen seit Jahrzehnten zu den Pionieren der digitalen Produktion. Seit den 1990er-Jahren erreichen die Standorte dank über 1.000 Sensoren pro Fertigungslinie, vollständiger IoT-Integration und KI-basierter vorausschauender Wartung eine nahezu fehlerfreie Produktionsquote von über 99,99885 %. Im globalen Vergleich gilt Amberg als Siemens-Standort mit der höchsten Automatisierungsreife: 75 % der Prozesse sind automatisiert, die Effizienz liegt 20 bis 30 % über der von Mitbewerbern.
Ein weiterer Schwerpunkt der Investition liegt auf der Modernisierung und Dekarbonisierung des Standorts. Siemens plant, seine 2.400 Mitarbeiter der Sparte Smart Infrastructure in Amberg für den digitalen Wandel zu qualifizieren. Die beiden aktuellen Werke in der Stadt beschäftigen bereits rund 4.500 Menschen und fertigen vor allem Schalt-, Schutz- und Überwachungsgeräte für den Industrieeinsatz.
Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger bezeichnete das Projekt als klares Bekenntnis zur Rolle des Freistaats als Produktions- und Entwicklungsstandort. Ambergs Oberbürgermeister Michael Cerny nannte die Fabrik ein "unverzichtbares Asset" zur Sicherung hochqualifizierter Arbeitsplätze in der Region. Siemens-Vorstandsvorsitzender Roland Busch betonte, die Investition unterstreiche das Engagement des Konzerns für Deutschland und seine Wachstumsstrategie.
Die Fertigstellung des neuen Werks ist für 2030 geplant. Es wird die Produktionskapazitäten von Siemens erweitern und Ambergs Position als Zentrum für Spitzenfertigung weiter stärken. Das Vorhaben fügt sich zudem in die übergreifenden Bestrebungen ein, industrielle Prozesse in der Region zu digitalisieren und klimaneutral auszurichten.






