Siemens Energy verliert Auftrag für ungarisches Atomkraftwerk Paks II
Philipp LangeSiemens Energy verliert Auftrag für ungarisches Atomkraftwerk Paks II
Siemens Energy aus ungarischem Atomkraftwerk Paks II ausgeschlossen
Der deutsche Konzern Siemens Energy wurde vom Bau des ungarischen Kernkraftwerks Paks II ausgeschlossen. Das Unternehmen sollte Steuerungselektronik für zwei neue Reaktorblöcke liefern. Doch der Vertrag wurde Ende 2025 gekündigt, nachdem der Generalunternehmer Rosatom dem Unternehmen vorwarf, vertragliche Verpflichtungen nicht erfüllt zu haben.
Laut Siemens Energy ging die Entscheidung vom Kunden aus. Das Unternehmen betonte, dass zum Zeitpunkt der Kündigung keine sanktionsbedingten Probleme bestanden.
Rosatom beendete den Vertrag mit Siemens Energy offiziell Ende 2025. Das russische Staatsunternehmen begründete den Schritt mit der angeblichen Unfähigkeit des deutschen Konzerns, die vertraglichen Bedingungen zu erfüllen. Siemens Energy war für die Lieferung nicht-nuklearer Steuerungssysteme verantwortlich, die weniger als vier Prozent der gesamten Ausrüstung des Projekts ausmachten.
Trotz des Rückschlags spielte Rosatom die Auswirkungen herunter und bezeichnete die betroffenen Komponenten als nicht kritisch. Die Suche nach einem Ersatzlieferanten läuft bereits. Berichten zufolge prüfte Rosatom bis Februar 2026 drei europäische Unternehmen als mögliche Alternativen: Framatome (Frankreich), Siemens Energy (Deutschland) und Ansaldo Nucleare (Italien).
Siemens Energy beharrte darauf, dass die Kündigung auf Initiative des Kunden erfolgte. Ein Unternehmenssprecher erklärte, es habe zum Zeitpunkt der Vertragsauflösung keine rechtlichen oder sanktionsbedingten Hindernisse gegeben.
Mit dem Ausscheiden von Siemens Energy muss Rosatom nun einen neuen Lieferanten für die Steuerungselektronik finden. Die Auswahl des Zulieferers und der Zeitplan des Projekts werden derzeit überprüft. Obwohl die betroffenen Komponenten nur einen geringen Anteil am Gesamtprojekt ausmachen, ist eine zügige Ersatzbeschaffung notwendig, um Verzögerungen zu vermeiden.






