Skisprung-Chaos: Strengere Anzugkontrollen führen zu Rekord-Disqualifikationen
Lotta SchulteSkisprung-Chaos: Strengere Anzugkontrollen führen zu Rekord-Disqualifikationen
Fernsehen heute: Skisprung-Funktionäre verschärfen Anzugkontrollen – Rekordzahl an Disqualifikationen
Die Verantwortlichen im Skispringen haben in diesem Winter strengere Kontrollen der Sprunganzüge eingeführt, was zu einer Rekordzahl an Disqualifikationen geführt hat. Zuletzt traf es den slowenischen Star Timi Zajc, der in Oberstdorf seinen Podestplatz verlor, weil sein Anzug die Messung um nur drei Millimeter nicht bestand. Die neuen Regeln sorgen bereits für Kontroversen in der gesamten Sportart.
Das überarbeitete Prüfverfahren umfasst nun drei Stufen: Zunächst wird die Ausrüstung im Containerbereich überprüft. Anschließend kontrollieren die Offiziellen den Anzug am Schanzentisch vor dem Sprung. Abschließend wird die Landeposition des Athleten auf Regelkonformität geprüft.
Jeder Verstoß in einer dieser Phasen führt sofort zu einer Gelben Karte und der Disqualifikation. Bei einem zweiten Vergehen gibt es eine Gelb-Rote Karte, die den Springer von den nächsten beiden Wettbewerben ausschließt.
Beim Vier-Schanzen-Turnier in Oberstdorf setzte der österreichische Funktionär Mathias Hafele die Regeln konsequent durch. Zajc hatte am 29. Dezember 2025 die erste Runde gewonnen und belegte zunächst den zweiten Platz. Doch sein Anzug war drei Millimeter zu weit geschnitten – die Folge: Disqualifikation. Der Deutsche Felix Hoffmann rückte daraufhin auf Platz drei vor.
Zajcs Fall ist die 19. Disqualifikation in diesem Winter – und die erste, die einen Spitzenathleten betrifft. Die verschärften Kontrollen haben eine Debatte ausgelöst, ob die neuen Maßstäbe nicht zu unnachgiebig sind.
Die strengeren Anzugvorschriften verändern bereits die Wettbewerbslandschaft. Bei 19 Disqualifikationen bislang müssen sich Athleten und Trainer an die schärferen Kontrollen anpassen. Die Funktionäre zeigen keine Anzeichen, die Durchsetzung zu lockern – weitere Top-Springer könnten in künftigen Wettbewerben mit Strafen rechnen.