Söder attackiert Berlin und Grüne – und setzt auf Leistung statt Steuererhöhungen
Emil KrügerSöder attackiert Berlin und Grüne – und setzt auf Leistung statt Steuererhöhungen
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat die Krisenbewältigung Berlins bei winterbedingten Behinderungen scharf kritisiert und gleichzeitig die Prioritäten seiner eigenen Partei skizziert. Bei einer jüngsten Veranstaltung griff er politische Gegner an, schloss Steuererhöhungen aus und forderte strengere Regeln für den Wehrdienst. Seine Äußerungen lösten zudem Gegenwehr bei den Grünen aus.
Söder begann mit spöttischen Bemerkungen über die Reaktion Berlins auf die Glätte – im Gegensatz zur besseren Vorbereitung Bayerns. Er scherzte, während die Hauptstadt mit vereisten Straßen kämpfe, habe Bayern bereits seine gesalzenen Brezeln parat. Anschließend weitete er seine Kritik auf die allgemeine Politik aus und nahm dabei besonders die Grünen, Heidi Reichinnek und Daniel Halemba ins Visier.
Direkte Angriffe auf die CDU vermied er – vermutlich wegen deren aktueller Führungsrolle in der Bundesregierung. Stattdessen konzentrierte er sich auf Wirtschafts- und Verteidigungspolitik und versprach, keine neuen Steuern oder Spritabgaben einzuführen. Seine Forderung nach einer zusätzlichen Arbeitsstunde pro Woche sowie sein Appell an "Leistung, Leistung, Leistung" sorgten für Aufmerksamkeit. Zudem plädierte er für eine Verschärfung der Wehrpflichtregeln und warb für mehr Disziplin in den Streitkräften.
Die Grünen konterten umgehend. Katharina Dröge, Co-Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, warf Kanzler Merz vor, ein veraltetes Frauenbild zu vertreten. Katharina Schulze, Fraktionschefin der bayerischen Landtagsgrünen, behauptete, Söder arbeite nur für seine eigenen Interessen. Hubert Aiwanger von den Freien Wählern positionierte seine Partei unterdessen als Hüterin der Freiheit und kritisierte, was er als übermäßige staatliche Gängelung bezeichnete.
In einem versöhnlicheren Ton bedankte sich Söder bei SPD-Chef Lars Klingbeil für die Zusammenarbeit bei der Reform des Bürgergelds. Mit einem kurzen Scherz über Fußball-Vereinszugehörigkeiten lockerte er die angespannte Stimmung vorübergehend auf.
Söders Rede unterstrich die Haltung seiner Partei in Steuer-, Verteidigungs- und Wirtschaftsfragen. Seine Kritik an Berlin und den Grünen stieß auf sofortigen Widerspruch und verdeutlichte die anhaltenden politischen Spannungen. Die Debatten über Wehrdienst und Arbeitszeiten werden voraussichtlich in den kommenden Wochen weitergehen.






