03 March 2026, 02:36

Söder lehnt AfD-Verbot ab: "Hysterisch und kontraproduktiv"

Ein deutscher Propagandaplakat für die NSDAP mit zwei Männern auf einem Sofa, mit Textinformationen über die Partei.

Söder lehnt AfD-Verbot ab: "Hysterisch und kontraproduktiv"

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat sich gegen ein Verfassungsverbot der rechtsextremen Alternative für Deutschland (AfD) ausgesprochen. Seine Äußerungen erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem die Partei wegen ihrer politischen Ausrichtung und inneren Strukturen zunehmend in die Kritik gerät. Söder argumentiert, ein Verbot wäre kontraproduktiv, und plädiert stattdessen für eine engere Beobachtung der Gruppe.

Die AfD hat sich in den vergangenen Jahren deutlich nach rechts bewegt. Ursprünglich als Euroskeptiker gegründet, vertritt sie heute eine harte Anti-Migrationspolitik – besonders seit 2015. Ihr Jugendverband Generation Deutschland, im November 2025 ins Leben gerufen, steht im Zusammenhang mit extremistischen Ideologien, darunter völkischer Nationalismus. Behördliche Einschätzungen verweisen auf Forderungen nach Diskriminierung von Bürgern mit Migrationshintergrund, wobei die frühere Jugendorganisation Junge Alternative kaum mäßigend wirkt.

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Söder kritisierte die Wirtschaftspolitik der AfD sowie ihre wahrgenommene Nähe zu Moskau. Zwar gibt es keine aktuellen Belege für direkte Verbindungen zum Kreml, doch setzt sich die Partei für Friedensverhandlungen mit Russland im Ukraine-Konflikt ein und betrachtet die USA nur unter Donald Trump als möglichen Verbündeten. Die Grünen stufen diese Haltung als Sicherheitsrisiko ein.

Nach dem Grundgesetz können Parteien, die demokratische Prinzipien gefährden, vom Bundesverfassungsgericht für verfassungswidrig erklärt werden. Söder lehnt ein Verbot jedoch ab und bezeichnet es als "hysterische, moralinsaure" Überreaktion. Stattdessen schlägt er vor, die AfD inhaltlich zu stellen und ihre mangelnde Regierungsfähigkeit sowie "clanartige Strukturen" bei der Besetzung von Abgeordnetenposten bloßzulegen. Er empfiehlt eine fortgesetzte Beobachtung durch den Verfassungsschutz.

Die Debatte über die Zukunft der AfD dreht sich nun um rechtliche und politische Strategien. Söders Position schließt ein Verfassungsverbot aus, setzt aber auf die Schwächen der Partei. Die Überwachung durch Sicherheitsbehörden bleibt eine zentrale Alternative zu einem vollständigen Verbot.