Stichwahl in München: Reiter kämpft um sein Amt gegen Grünen-Kandidaten Krause
Emil KrügerExperte: Reiters Schritt scheint nicht glaubwürdig - Stichwahl in München: Reiter kämpft um sein Amt gegen Grünen-Kandidaten Krause
Münchens Oberbürgermeister-Wahl geht in die Stichwahl
Amtsinhaber Dieter Reiter (SPD) verfehlte im ersten Wahlgang mit nur 35,6 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit und muss sich nun in einer Stichwahl behaupten. Sein Ergebnis fällt damit deutlich hinter die 47,9 Prozent von 2020 zurück – ein Rückgang, der auf eine Reihe negativer Schlagzeilen in den vergangenen Monaten zurückzuführen ist. Sein Gegenkandidat ist Dominik Krause von den Grünen, der 29,5 Prozent erreichte. Die entscheidende Abstimmung findet am 22. März 2026 statt.
Reiter räumte ein, in den Wochen vor der Wahl "den einen oder anderen Fehler" begangen zu haben. Zwar versprach er, bis zur Stichwahl das Vertrauen der Wähler zurückzugewinnen, doch sowohl bei der Bevölkerung als auch bei Beobachtern stößt er auf Skepsis. Die Politikwissenschaftlerin Ursula Münch hinterfragte insbesondere den Zeitpunkt seines Rückzugs vom Amt des Präsidenten des FC Bayern München und bezeichnete diesen Schritt als "notwendige Maßnahme, aber kaum als Überzeugungstat".
Münch kritisierte zudem Reiteres Kommunikationsstrategie: Sowohl sein Rücktritt als auch seine spätere Entschuldigung hätten viele Anhänger verärgert. Ob diese Schritte ausreichen, um enttäuschte Wähler zurückzugewinnen, bezweifelte sie. Trotz seiner Favoritenrolle in der Stichwahl warnte Münch davor, einen Sieg Reiteres als sicher anzusehen.
Gleichzeitig lobte sie die Haltung von CSU-Chef Markus Söder, der sich nach dem ersten Wahlgang bewusst nicht für einen der Kandidaten ausgesprochen hatte. Dieser neutrale Kurs, so Münch, könnte den Wahlausgang entscheidend beeinflussen, da die Wähler nun ihre Optionen neu abwägen müssten.
Die Stichwahl am 22. März wird zeigen, ob Reiter sein Amt verteidigen kann oder ob Krause als neuer Oberbürgermeister Münchens die Nachfolge antritt. Angesichts der erschütterten Wählergunst hängt das Ergebnis maßgeblich davon ab, ob es Reiter gelingt, das verlorene Vertrauen zurückzugewinnen. Die Neutralität der CSU unter Söder verleiht dem Rennen eine zusätzliche Unwägbarkeit.






