Stiefväter zwischen Klischees und Anerkennung: Wie Medien ihr Bild prägen
Emil KrügerStiefväter zwischen Klischees und Anerkennung: Wie Medien ihr Bild prägen
Stiefväter übernehmen oft eine schwierige Rolle – sie springen ein, wenn die leiblichen Väter abwesend sind. Trotz ihres Engagements sehen sie sich mit gesellschaftlichen Herausforderungen und ambivalenten Darstellungen in den Nachrichten konfrontiert. Einige Länder haben sogar besondere Aktionstage eingeführt, um ihre Leistungen zu würdigen.
In den USA wird der „National Stepfather’s Day“ jeweils am dritten Freitag im September begangen. Zudem gibt es am 16. September den „National Stepfamily Day“, der die Bedeutung von Patchworkfamilien in der modernen Gesellschaft unterstreicht.
Aus heteronormativer Perspektive gibt es tendenziell mehr Stiefväter als Stiefmütter. Doch ihr Image könnte unterschiedlicher nicht sein. In Hollywood werden sowohl Väter als auch Stiefväter mitunter in düsterem Licht gezeigt – etwa Jack Nicholsons Figur in „Shining“ oder Robert Mitchums Rolle in „Die Nacht des Jägers“. Auch das deutsche Fernsehen prägt die Wahrnehmung: In der ZDF-Sitcom „Ich heirate eine Familie“ wird der Stiefvater auf die Rolle einer komischen Nebenfigur reduziert. Die Darstellung von Stiefeltern fällt oft extrem unterschiedlich aus. Stiefmütter tragen seit jeher einen besonders schlechten Ruf – in religiös-patriarchalen Gesellschaften, Märchen und selbst in der Pornografie. Gleichzeitig führte das ZDF einen „Anerkennungstag“ ein, um Patchworkfamilien Wertschätzung entgegenzubringen, doch die mediale Darstellung spiegelt nicht immer die komplexe Realität wider.
Die Aktionstage in den USA und Initiativen wie der ZDF-Anerkennungstag sollen Stiefväter und Patchworkfamilien mehr Sichtbarkeit verleihen. Dennoch bleibt ihre Darstellung in Medien und Gesellschaft uneinheitlich. Mit dem Wandel traditioneller Familienstrukturen entwickelt sich auch die Rolle des Stiefvaters weiter.