26 March 2026, 08:15

Streit um Kabelverlegung: Wie SüdLink und SüdOstLink die Energiewende behindern

Straße mit Stromleitungen im Freien, umgeben von grünem Gras und Bäumen, die zu fernen Übertragungsmasten führt.

Streit um Kabelverlegung: Wie SüdLink und SüdOstLink die Energiewende behindern

Deutschlands Ausbau der erneuerbaren Energien nimmt Fahrt auf: Zwei große Stromtrassenprojekte, der SüdOstLink und der SüdLink, befinden sich derzeit im Bau. Sie sollen ab 2027 Windstrom aus dem Norden in die südlichen Regionen transportieren. Doch die Verlegeweise der Kabel sorgt für Diskussionen – herkömmliche Grabungsmethoden zerstören Ackerflächen und lösen Proteste aus.

Die Arbeiten am SüdLink begannen im August in Bayern nach über zehn Jahren Planung. Das 700 Kilometer lange Projekt wird auf 130 Kilometern durch den Freistaat verlaufen und norddeutsche Windparks mit Verbrauchern im Süden verbinden. Doch die übliche Offenbauweise stößt bei Landwirten und Grundbesitzern auf starken Widerstand, da die Felder lange Zeit zur Regeneration brauchen.

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Eine mögliche Lösung zeigte sich in der Nähe von Landshut: Ein Feldversuch bewies, dass die Kabelpflug-Methode unter den richtigen Bodenbedingungen präzise funktioniert. Dabei werden die Kabel mit minimaler Oberflächenstörung verlegt, sodass die Felder fast sofort wieder nutzbar sind. Zudem verkürzt sich die Bauzeit, und landwirtschaftliche Arbeiten werden weniger behindert.

Lokale Politiker, Bauernverbände und Grundbesitzer fordern nun, diese Methode auch beim SüdOstLink einzusetzen – einer separaten 543 Kilometer langen Gleichstromtrasse, die ebenfalls bis 2027 fertiggestellt werden soll. Die Vorteile des Kabelpflugs, darunter schnellere Flächensanierung und geringere Beeinträchtigungen für die Landwirtschaft, machen ihn zur bevorzugten Alternative. Unklar bleibt jedoch, wie viel der 700 Kilometer des SüdLinks letztendlich in Deutschland mit dem Pflug statt mit offener Bauweise verlegt werden.

Trotz der Herausforderungen gehen beide Projekte voran. Offizielle Bestätigungen zufolge können SüdOstLink und SüdLink wie geplant fertiggestellt werden – doch die Wahl der Verlegemethode wird entscheidend sein für die Auswirkungen auf ländliche Gemeinden.

Die Energiewende hängt vom Ausbau der Stromnetze ab, doch die Art der Kabelverlegung steht im Wandel. Der Kabelpflug bietet eine schnellere, weniger störende Lösung für Landwirte, und seine erfolgreichen Tests erhöhen den Druck, ihn flächendeckend einzusetzen. Nun, da die Bauarbeiten laufen, wird das endgültige Verhältnis zwischen Pflug und herkömmlicher Grabung darüber entscheiden, wie schnell sich die Felder erholen – und wie reibungslos die Projekte vorankommen.

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