25 April 2026, 00:17

Streit um Reform des Landesverfassungsgerichts vor der Wahl in MV

Alte 19. Jahrhundert-Karte von Deutschland, die politische Teilung zeigt, auf Papier gedruckt mit Text oben und unten.

Streit um Reform des Landesverfassungsgerichts vor der Wahl in MV

Mecklenburg-Vorpommerns Regierungsbündnis treibt Reform des Landesverfassungsgerichts voran

Die Koalition aus SPD, Grünen und Linken in Mecklenburg-Vorpommern will die Regeln für das Landesverfassungsgericht reformieren und strengere Vorgaben verankern – darunter eine Amtszeitbegrenzung auf zwölf Jahre sowie eine Altersgrenze von 68 Jahren für Richter. Kritiker werfen dem Vorhaben bereits vor, ein politisches Manöver vor der Wahl im September zu sein.

Die geplanten Änderungen würden es dem Landtag ermöglichen, Richter mit einer einfachen Mehrheit zu berufen. Bisher ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit erforderlich, über die die aktuelle Koalition nicht verfügt. Um Blockaden zu vermeiden, könnte das Gericht selbst Ersatzkandidaten vorschlagen, falls innerhalb von sechs Monaten nach Ende einer Amtsperiode kein Nachfolger gewählt wird.

Die Opposition reagiert scharf. Enrico Schult, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der AfD, bezeichnete den Schritt als "Verfassungstrick", um das Gericht langfristig in eine linke Ausrichtung zu zwingen. Der CDU-Fraktionschef Daniel Peters lehnte den Vorschlag komplett ab und argumentierte, Demokratie müsse durch Vertrauen und offene Debatten gestärkt werden – nicht durch Regeländerungen.

Die Reformen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem sich das Land auf die Landtagswahl am 20. September vorbereitet. Umfragen sehen die AfD mit 34 Prozent klar vor der SPD (26 Prozent), während die CDU bei 12 Prozent und die Linke bei 10 Prozent liegen. Die Koalition betont, die Änderungen seien notwendig, um das Gericht vor politischer Einflussnahme zu schützen und künftige Pattsituationen zu verhindern.

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Sollten die Reformen verabschiedet werden, würden sie das Berufungsverfahren für Richter verändern und ihre Amtszeiten begrenzen. Der Vorschlag der Koalition bedarf noch der parlamentarischen Zustimmung, doch die Debatte hat bereits tiefe politische Gräben offenbart. Die Wahl im September wird voraussichtlich über das endgültige Schicksal der Pläne entscheiden.

Quelle