Stuttgart 21 droht nächste Verzögerung: Vollbetrieb erst 2031?
Stuttgart 21: Bahnprojekt steht vor weiteren Verzögerungen – Inbetriebnahme erst Ende 2031?
Das Bahnprojekt Stuttgart 21 drohen erneut Verzögerungen: Nach aktuellen Berichten wird der neue unterirdische Durchgangsbahnhof frühestens Ende 2031 eröffnet – statt wie ursprünglich geplant in einem Teilbetrieb ab Ende 2026. Das Vorhaben leidet seit Jahren unter Rückschlägen und explodierenden Kosten. Die Landesregierung von Baden-Württemberg fordert von der Deutschen Bahn nun klare Aussagen zur Zukunft des Projekts.
Mit Stuttgart 21 soll das Stuttgarter Schienennetz modernisiert werden: Der heutige Kopfbahnhof wird durch einen unterirdischen Durchgangsbahnhof ersetzt. Das Gesamtprojekt Stuttgart–Ulm umfasst zudem die 2022 in Betrieb genommene Neubaustrecke Wendlingen–Ulm. Doch der Kern des Vorhabens – neue Gleise, Tunnel, Brücken und Bahnhöfe – kämpft weiterhin mit massiven Problemen.
Die Kosten sind seit der ersten Planung im Jahr 2009 von 4,5 Milliarden Euro auf mittlerweile rund 11,3 Milliarden Euro angestiegen – eine Summe, die allein die Deutsche Bahn tragen muss. Besonders die Digitalisierung des Knotenpunkts, ein zentraler Baustein des Projekts, erwies sich als weitaus komplexer als angenommen und trägt maßgeblich zur jüngsten Verzögerung bei. Bereits im November 2023 war die geplante Teilinbetriebnahme 2026 abgesagt worden; Medienberichte deuten nun auf eine Vollinbetriebnahme erst Ende 2031 hin.
Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) verlangt von der Deutschen Bahn verlässliche Daten und klare Antworten. Sollten sich die Berichte bestätigen, wäre die Verzögerung eine «katastrophale Nachricht» für die Region und die Fahrgäste, warnte Özdemir. Zudem betonte er die Notwendigkeit eines eindeutigen Bekenntnisses zum Projekt – inklusive der vollständigen Digitalisierung des Stuttgarter Bahnknotens.
Die wiederholten Verschiebungen und Kostenexplosionen setzen Stuttgart 21 zunehmend unter Druck. Die Deutsche Bahn steht nun in der Pflicht, einen verbindlichen Zeitplan vorzulegen und die Fertigstellung des Projekts zu gewährleisten. Die Entwicklung hat direkte Auswirkungen auf den Regionalverkehr sowie die langfristige Schieneninfrastruktur in Baden-Württemberg.






