18 June 2026, 20:11

Thomas Hitzlsperger bricht Fußball-Tabu mit mutigem Coming-out 2014

Ist er schwul, Alda?

Thomas Hitzlsperger bricht Fußball-Tabu mit mutigem Coming-out 2014

Thomas Hitzlsperger sorgte 2014 für Schlagzeilen, als er in einem Interview mit der Zeit seine Homosexualität öffentlich machte. Der ehemalige DFB-Nationalspieler, heute Experte bei der ARD, wurde damit zu einer der wenigen offen schwulen Persönlichkeiten im Profifußball. Seine Entscheidung löste eine breite Diskussion und Welle der Solidarität aus – auch von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

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Besonders bemerkenswert war Hitzlspergers Coming-out, weil er damit nicht bis zum Karriereende wartete. In einer Sportart, in der männliche Homosexualität noch immer ein Tabuthema ist, galt dieser Schritt als besonders mutig. Viele sahen darin eine Herausforderung traditioneller Männlichkeitsbilder im Fußball.

DFB-Bundestrainer Joachim Löw hatte ihm zuvor davon abgeraten, sich zu outen. Löw warnte vor der öffentlichen Aufmerksamkeit und dem Druck, die damit einhergehen könnten. Die Fußballwelt ist bekannt für ihre kompetitive Umkleidekabinen-Kultur, in der homophobe Sprüche und Beleidigungen keine Seltenheit sind.

Statistischen Schätzungen zufolge könnten unter den rund 900 Profispielern der beiden höchsten deutschen Ligen etwa 45 in gleichgeschlechtlichen Beziehungen leben. Dennoch bleibt Hitzlsperger der einzige, der sich geoutet hat. Andere wie Marcus Urban in den 1990er-Jahren verließen den Sport lieber ganz, als ihre Sexualität zu verheimlichen. Noch immer brechen viele junge Spieler ihre Fußballkarriere ab, um nicht in einer Lüge leben oder Stigmatisierung ausgesetzt zu sein.

Hitzlspergers Bekanntmachung beherrschte wochenlang die Medienberichterstattung. Sie rückte die anhaltenden Schwierigkeiten ins Rampenlicht, offen schwul im Fußball zu sein. Seine Geschichte hat die Aufmerksamkeit auf den Druck gelenkt, der viele Spieler zum Schweigen bringt.

Quelle