Thüga warnt vor EU-Bürokratie und fordert faire Regeln für Energieversorger
Johanna PetersThüga warnt vor EU-Bürokratie und fordert faire Regeln für Energieversorger
Thüga, Deutschlands drittgrößter Energiearbeitgeber mit rund 23.000 Beschäftigten, äußert Bedenken gegen neue EU-Vorschriften. Das Unternehmen, das zugleich größter Wasserversorger des Landes ist, warnt vor übermäßiger Bürokratie, die kleinere Anbieter im Sektor belasten könnte.
Die Gruppe, die zu einem Netzwerk von über 100 kommunalen Energieunternehmen gehört, erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von mehr als 53 Milliarden Euro. Thüga begrüßt zwar die geplanten Ausnahmen für kleine und mittlere Energieversorger im Rahmen der Taxonomie-Verordnung, des CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) und des Lieferkettengesetzes – Maßnahmen, die darauf abzielen, bürokratische Hürden abzubauen und den Verwaltungsaufwand für kleinere Betriebe zu verringern.
Gleichzeitig lehnt das Unternehmen die Einbeziehung des Energiesektors in die europäischen Finanzmarktregeln ab. Es warnt, dass zusätzliche Bürokratie vor allem kleinere Versorger unverhältnismäßig belasten könnte, die bereits mit hohen Compliance-Kosten zu kämpfen haben.
Kritik übt Thüga auch an den von der Europäischen Kommission geplanten Änderungen bei der Regulierung der Netzentgelte. Das Unternehmen argumentiert, dass solche Eingriffe die ohnehin schwachen Renditestrukturen der Energieanbieter weiter gefährden könnten.
Zudem bewertet Thüga die vorgeschlagenen Beihilferegeln der Kommission als nachteilig für kommunale Energieunternehmen. Die Änderungen könnten dezentrale Vermarktungsmodelle im Kapazitätsmarkt stören und es lokalen Anbietern erschweren, sich im Wettbewerb zu behaupten.
Trotz dieser Vorbehalte unterstützt Thüga die Ziele des „Clean Industrial Deal“, der Europas Wettbewerbsfähigkeit stärken und den Übergang zur Klimaneutralität beschleunigen soll. Das Unternehmen betont jedoch, dass diese Bestrebungen nicht auf Kosten der kommunalen Energieversorger gehen dürfen.
Mit Beteiligungen an Erneuerbare-Energien-Anlagen mit einer Gesamtleistung von fast 5 Gigawatt und der Versorgung von rund einer Million Wasserkunden bleibt Thüga ein zentraler Akteur bei der deutschen Energiewende. Das Unternehmen setzt sich weiterhin für einen wettbewerbsfähigen, bürokratiearmen Energiesektor in Europa ein. Seine Position unterstreicht die Herausforderungen, vor denen kommunale Versorger angesichts der neuen EU-Regeln stehen.
Da die Diskussionen voranschreiten, werden die Bedenken des Konzerns zu Netzentgelten, Beihilfen und Finanzmarktregulierung voraussichtlich die künftigen politischen Debatten prägen.






