31 May 2026, 06:13

Tim Raue und die "36 Boys": Wie eine Berliner Gang sein Leben prägte

Promi-Koch Raue: Mein ganzer K├Ârper schreit: Lauf, Lauf, Lauf!

Tim Raue und die "36 Boys": Wie eine Berliner Gang sein Leben prägte

Berlin-Kreuzberg war einst das Revier der „36 Boys“, einer Straßengang, die nach Anerkennung und Zugehörigkeit strebte. Unter ihren Mitgliedern war Tim Raue – der einzige Deutsche in einer Gruppe von etwa 30 bis 40 jungen Männern. Seine Zeit bei der Gang, zwischen seinem 14. und 16. Lebensjahr, hinterließ Spuren – sowohl körperlich als auch seelisch.

Die „36 Boys“ bewegten sich in einer Welt, in der Auseinandersetzungen mit verfeindeten Banden an der Tagesordnung standen. Trotz ihrer geringeren Zahl stellten sie sich oft Gegnern, die ihnen zahlenmäßig weit überlegen waren. Der Preis für die Mitgliedschaft war hoch: Ein Aufnahmeritual verlangte von Neulingen, sich drei Minuten lang gegen zwei bestehende Mitglieder zu behaupten.

Tim Raues Initiation verlief nicht wie geplant. Er hielt nicht einmal die vollen drei Minuten durch, bevor er geschlagen wurde – eine Narbe aus dieser Zeit trägt er bis heute. Obwohl er sich fürchtete, floh er nicht. Diese Standhaftigkeit bescherte ihm schließlich seinen Platz in der Gang.

Später gab Raue offen zu, dass er in Konflikten mit rivalisierenden Gruppen oft am liebsten weglaufen wollte. Doch ein Rückzug kam nie infrage. Der Zwang, sich zu beweisen, ließ ihn durchhalten – selbst wenn er in der Unterzahl war.

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Jahre später lehnt Raue Gewalt entschieden ab. Dennoch versteht er die Denkweise, die ihn damals antrieb, und nachvollzieht, warum Jugendliche in ähnlichen Situationen heute vielleicht dieselben Entscheidungen treffen wie er.

Die „36 Boys“ lösten sich irgendwann auf, doch die Erfahrungen ihrer Mitglieder bleiben. Tim Raues Zeit in der Gang prägte seinen Blick auf Konflikte und Widerstandsfähigkeit. Heute trägt er die Lehren dieser Phase nicht nur in Form einer Narbe mit sich, sondern auch in seiner klaren Haltung gegen Gewalt.

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