Tödliche Nachbarschaftsfehde: Jäger erschießt Rivalen und begeht Suizid
Johanna PetersTödliche Nachbarschaftsfehde: Jäger erschießt Rivalen und begeht Suizid
Nach jahrelangem Streit: Jäger erschießt Nachbarn in Weiltingen und nimmt sich selbst das Leben
Ein 55-jähriger lizenzierter Jäger hat in Weiltingen (Bayern) seinen 33-jährigen Nachbarn erschossen, nachdem die beiden Männer jahrelang in einem erbitterten Konflikt gestanden hatten. Das Opfer starb noch am Tatort, nachdem es von elf Pistolenkugeln getroffen worden war. Der Schütze flüchtete zunächst, bevor er später Suizid beging.
Die beiden Männer waren seit mindestens 2019 in eine feindselige Auseinandersetzung verwickelt. Die Polizei war über 30 Mal zu ihren Grundstücken gerufen worden – meist wegen kleinerer Vorfälle wie Lärmbeschwerden oder angebliche Verstöße gegen Infektionsschutzregeln. Trotz der häufigen Einsätze fanden die Behörden jedoch keinen rechtlichen Grund, dem Schützen seine Jagd- oder Waffenbesitzkarte zu entziehen.
Der Täter feuerte die elf Schüsse mit einer legal besessenen Pistole aus seinem Auto ab. Zeugen berichteten später, er habe zuvor bereits andere bedroht, darunter einen Vorfall, bei dem er angeblich mit einem Bogen einen Pfeil auf eine Person abgeschossen haben soll. Das Landratsamt Ansbach hatte zwar seine Zuverlässigkeit im Sinne des Waffengesetzes überprüft, sah jedoch keinen Anlass für weitere Maßnahmen.
Nach der Tat floh der Schütze vom Tatort. Mehrere Personen gaben an, sich in der Folge von ihm bedroht gefühlt zu haben. Seine Leiche wurde später gefunden – er hatte sich das Leben genommen.
Der Vorfall wirft Fragen auf, wie es trotz wiederholter Polizeieinsätze zu einer solchen Eskalation kommen konnte. Der Täter, der seit über zwei Jahrzehnten im Besitz einer Jagdlizenz war, hatte zuvor nie seine Waffenberechtigung verloren. Die Behörden werden nun die Umstände untersuchen, die zu der Bluttat führten.