14 March 2026, 06:32

Verbotene Gipfel: Warum die Demelspitze und heilige Berge unbestiegen bleiben

Ein altes topografisches Kartenblatt der deutschen Alpen, das detaillierte Konturen, Höhenangaben und andere Geländemerkmale zeigt, mit Text oben und unten.

Verbotene Gipfel: Warum die Demelspitze und heilige Berge unbestiegen bleiben

Kletterer auf der Suche nach unberührten Herausforderungen blicken oft über die ausgetretenen Pfade der europäischen Berge hinaus. Zwar gibt es in den Alpen keine unbestiegenen Gipfel mehr, doch einige Routen und Berge bleiben aus Sicherheitsgründen oder wegen kultureller Tabus gesperrt. Dazu zählt die Demelspitze im deutschen Karwendelgebirge, ein einst beliebter Kletterberg, der heute wegen akuter Steinschlaggefahr nicht mehr bestiegen werden darf.

Die Demelspitze wurde 2013 offiziell für Kletterer gesperrt, nachdem geologische Untersuchungen ergaben, dass ihr Gipfel und die Südwand extrem instabil geworden waren. Das Verbot gilt bis heute und umfasst das gesamte Gipfelgebiet. Trotz der Einschränkungen hat der abbröckelnde Fels an den bewaldeten Nordhängen neue Klettermöglichkeiten geschaffen – mit Routen unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade.

Neben Sicherheitsbedenken sind einige Berge weltweit aus religiösen Gründen tabu. Der Berg Kailash in Tibet und der Machapuchare in Nepal gelten als heilig, ihr Besteigen ist streng verboten. Diese Berge – zusammen mit einigen unbestiegenen Gipfeln im Himalaya – zählen zu den letzten wirklich unberührten Herausforderungen des Bergsteigens.

In den Alpen wurden zwar alle 82 Viertausender bezwungen, doch seltene Routen wie die historischen Linien durch die Eiger-Nordwand bieten noch ungetestete Herausforderungen. Anders als heilige Berge anderswo besitzt kein Alpengipfel die gleiche kulturelle Bedeutung wie der Olymp oder der Fudschi. Stattdessen suchen Kletterer nach abgelegenen, wenig frequentierten und oft schattigen Alternativen für neue Abenteuer.

Die Sperrung der Demelspitze zeigt, wie Sicherheit und Tradition den Zugang zum Bergsteigen prägen. Zwar gibt es in den Alpen keine unbestiegenen Gipfel mehr, doch gesperrte Routen und ferne heilige Berge ziehen weiterhin Abenteurer an. Wer bereit ist, Neues zu erkunden, findet noch Alternativen – auch wenn manche Gipfel für immer unerreichbar bleiben werden.

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