Von Pumuckl bis Karl Marx: Wie Städte ihre Ampelmännchen neu erfinden
Philipp LangeWenn es grün ist, hoppeln Sie weiter - spezielle Ampelmotive im Aufwind - Von Pumuckl bis Karl Marx: Wie Städte ihre Ampelmännchen neu erfinden
In ganz Deutschland ersetzen Städte klassische Ampelmännchen durch regionale Kulturikonen
Von bayerischen Trachtenfiguren bis zu "Sesamstraße"-Charakteren in Hamburg: Thematische Fußgängerampeln werden immer beliebter. Der Trend spiegelt eine Mischung aus lokalem Stolz und kreativer Gestaltungsfreiheit der Kommunen wider.
Besonders vorbildlich ist Bayern. München installierte drei Ampeln mit dem Kobold Pumuckl, während Straubing den Volkshelden Bruder Straubinger abbildet. Dachau führte 2023 Signale in traditioneller Tracht ein – zu Kosten von nur 300 Euro pro Schablone. Aufgrund der positiven Resonanz plant die Stadt nun weitere Motive.
Auch andere Regionen ziehen nach. Trier zeigte seit 2018 Karl Marx auf seinen Ampeln, Hameln folgte 2019 mit dem Rattenfänger. Hamburg wird bis 2026 Ernie und Bert einführen, Nürnberg präsentiert ab demselben Jahr Dürers "Feldhasen". Saarbrücken, Mainz, Duisburg, Solingen und Kamp-Lintfort setzten ebenfalls auf lokale Symbole wie den Saarlodri, die Mainzelmännchen oder die Liewerfrau.
Doch nicht alle Vorschläge stießen auf ungeteilte Zustimmung. Hofs Plan, den Wärschtlamo (einen Würstchenverkäufer) abzubilden, wurde zunächst aus Sicherheitsbedenken abgelehnt, später aber doch genehmigt. Deggendorf zeigt mittlerweile an einem Übergang eine knödelwerfende Frau. Das bayerische Innenministerium bleibt indes zurückhaltend und betont, dass standardisierte Designs Klarheit und Sicherheit gewährleisten.
Der Wandel hin zu kulturell geprägten Ampelfiguren zeigt, wie Städte zwischen Regulierung und regionaler Identität balancieren. Während manche Behörden auf Einheitlichkeit setzen, sehen andere in den Symbolen eine Chance, die Bürger emotional anzusprechen. Der Trend hält unvermindert an – in den kommenden Jahren werden weitere Entwürfe folgen.






