17 February 2026, 08:26

Warum Höckes Auftritte in Bayern trotz neuer Gesetze nicht gestoppt werden

Ein Plakat an einer Wand mit einer Person in einer schwarzen Kapuzenjacke und Maske mit einem strengen Gesichtsausdruck, mit der Aufschrift "Das ist Nazi-Gewalt" in fetter weißer Schrift.

Verbote für NS-Parolen? Gesetz largely 'symbolisch' - Warum Höckes Auftritte in Bayern trotz neuer Gesetze nicht gestoppt werden

Eine kürzliche Änderung des bayerischen Rechts sollte Gemeinden dabei helfen, Veranstaltungen zu unterbinden, die den Nationalsozialismus verherrlichen. Dennoch gelang es dem rechtsextremen Politiker Björn Höcke, in zwei bayerischen Städten, darunter Fürth, Reden zu halten. Rechtswissenschaftler und lokale Verantwortliche stellen nun infrage, ob die neuen Regelungen in der Praxis ausreichend wirksam sind, um solche Auftritte zu verhindern.

Der überarbeitete Bayerische Gemeindeordnung verlangt von den Behörden, im Einzelfall nachzuweisen, dass bei einer Veranstaltung mit hoher Wahrscheinlichkeit antisemitische oder nationalsozialistisch verherrlichende Inhalte zu erwarten sind, bevor die Nutzung öffentlicher Räume verweigert werden darf. Als Gemeinden wie Seybothenreuth und Lindenberg versuchten, Höckes Auftritte zu blockieren, scheiterten sie an dieser Beweislast. Das Bayerische Verwaltungsgericht entschied zugunsten Höckes und begründete dies damit, dass keine klaren Belege vorlägen, dass seine Reden gegen das Gesetz verstoßen würden.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Der Rechtswissenschaftler Tristan Barczak argumentiert, dass die neuen Vorschriften nach wie vor schwer durchsetzbar seien. Er bezeichnete das Gesetz als wenig praxistauglich für Kommunen, die mit solchen Fällen konfrontiert sind. Eric Ballerstedt, Bürgermeister von Lindenberg, nannte die geänderte Gemeindeordnung ein "stumpfes Schwert" und kritisierte das Fehlen klarer rechtlicher Kriterien, um umstrittene Persönlichkeiten zu blockieren.

Ohne konkrete Leitlinien müssen sich die Gemeinden auf allgemeine kommunalrechtliche Bestimmungen stützen, was dazu führt, dass Gerichte jede Entscheidung einzeln prüfen. Dies führt bei lokalen Verantwortlichen zu Frustration, da sie kaum Möglichkeiten sehen, Veranstaltungen zu verhindern, von denen sie befürchten, dass sie extremistische Ansichten fördern könnten.

Die Gesetzesänderung hat Höcke nicht davon abgehalten, in öffentlichen Gebäuden zu sprechen. Gemeinden müssen nun belastbare Beweise sammeln, bevor sie ähnliche Veranstaltungen in Zukunft unterbinden können. Bislang bleibt die Wirksamkeit des Gesetzes ungewiss – Behörden und Experten fordern klarere Regelungen.