07 January 2026, 19:27

Wehrpflicht kehrt zurück: Junge Männer müssen sich ab 2026 mustern lassen

Eine Gruppe von Soldaten sitzt auf Stühlen und einer Couch, wobei einer steht und spricht.

Evangelische Kirche möchte Beratung zum Wehrdienst ausbauen - Wehrpflicht kehrt zurück: Junge Männer müssen sich ab 2026 mustern lassen

Deutschland hat die verpflichtende militärische Musterung für junge Männer im Rahmen eines neuen Wehrpflichtgesetzes wieder eingeführt. Die Änderung trat am 1. Januar in Kraft und betrifft alle, die 2008 oder später geboren wurden. Mit dem Schritt soll die Landesverteidigung angesichts der wachsenden Spannungen mit Russland und aktualisierter NATO-Anforderungen gestärkt werden.

Das überarbeitete Gesetz schreibt vor, dass alle jungen Männer ab Jahrgang 2008 einen Fragebogen zu ihrer Dienstbereitschaft ausfüllen müssen. Auch Frauen erhalten den Fragebogen, ihre Teilnahme bleibt jedoch freiwillig. Die Bundesregierung plant, das stehende Heer um 80.000 Soldaten zu vergrößern, sodass die Gesamtzahl der aktiven Truppen auf 260.000 steigt; die Reservisten sollen auf 200.000 aufgestockt werden.

Mit der Rückkehr der Wehrpflicht rücken auch Beratungsangebote für Kriegsdienstverweigerer stärker in den Fokus. Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) hat ihr Beratungsangebot ausgeweitet, um jungen Menschen bei der Abwägung ihrer Optionen zu helfen. Die Unterstützung gilt auch für Reservisten und aktive Soldatinnen und Soldaten. Die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegnerinnen und Kriegsdienstgegner (DFG-VK) bietet seit Ende 2025 Hilfestellung an, etwa bei den Verfahren zur Kriegsdienstverweigerung, und sorgt dafür, dass junge Menschen ihre Rechte kennen, bevor sie sich für den Militärdienst entscheiden. Die EKM betont, wie wichtig eine informierte und verantwortungsvolle Entscheidung ist.

Die neuen Wehrpflichtregelungen markieren einen Kurswechsel in der deutschen Sicherheitspolitik: Während junge Männer einer verpflichtenden Musterung unterliegen, können Frauen selbst entscheiden, ob sie teilnehmen. Beratungsstellen stehen nun vermehrt zur Verfügung, um denen zur Seite zu stehen, die ihre militärischen Verpflichtungen abwägen.