Wie Freising mit 550 Watt die deutsche Solarenergie-Revolution startete
Lotta SchulteWie Freising mit 550 Watt die deutsche Solarenergie-Revolution startete
Deutschlands Solarenergie-Revolution begann in den 1990er-Jahren mit kleinen Schritten. Eine lokale Initiative in Freising ebnete den Weg, bevor bundesweite Gesetze die Branche grundlegend veränderten. Heute versorgt die Region Tausende Haushalte mit Ökostrom.
Der Solarförderverein Freising erzielte früh einen Durchbruch, als er 1993 eine kostendeckende Einspeisevergütung durchsetzte. Ein Jahr später baute Andreas Henze die erste Photovoltaikanlage der Stadt – eine bescheidene 550-Watt-Anlage. Damals erschien ihm selbst eine 70-Kilowatt-Anlage unvorstellbar groß.
Der eigentliche Wendepunkt kam am 1. April 2000, als das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in Kraft trat. Dieses Gesetz löste einen Solarboom aus und verwandelte lokale Projekte in eine bundesweite Bewegung. Henze installierte bald eine 70-Kilowatt-Anlage – einst als ehrgeizig galt, heute aber von modernen Standards weit übertroffen wird.
Die Bürgerenergiegenossenschaft Freisinger Land betreibt heute Dachanlagen und Solarparks mit einer kombinierten Leistung von 4,6 Megawatt. Darüber hinaus unterhält die Genossenschaft ein Ladenetz mit 73 Stationen und versorgt 1.300 Kunden mit grünem Strom. Eine drei Megawatt starke "Bürger-Windkraftanlage" ist bereits in Betrieb, zehn weitere sind geplant – sie sollen zusätzlich 64 Megawatt ins Netz einspeisen.
Vom einzelnen 550-Watt-Modul bis zu großflächigen Wind- und Solarprojekten zeigt Freisings Energiewende, wie aus lokalem Engagement große Wirkung entstehen kann. Die Auswirkungen des EEG prägen bis heute den deutschen Erneuerbare-Energien-Sektor, während Genossenschaften wie diese mittlerweile ganze Gemeinden mit sauberer Energie versorgen. Ihre Expansion in Windkraft und Ladeinfrastruktur markiert die nächste Phase des nachhaltigen Wachstums.






