Wie Kommunalpolitiker mit Facebook und Instagram Wähler gewinnen wollen
Emil KrügerWie Kommunalpolitiker mit Facebook und Instagram Wähler gewinnen wollen
Soziale Medien sind zu einem zentralen Werkzeug für Kommunalwahlkandidaten in Deutschland geworden. Plattformen wie Facebook und Instagram prägen zunehmend, wie Politiker mit den Wählern in Kontakt treten. In den vergangenen Jahren stieg die Nutzung in Städten wie München, Hamburg und Köln um 40 bis 60 Prozent an.
Studien aus den Jahren 2021 bis 2025 zeigen einen deutlichen Wandel: Kurze Videos und Kooperationen mit Influencern dominieren mittlerweile die Wahlkämpfe. Während TikTok vor 2020 kaum eine Rolle spielte, setzen heute drei Viertel der Kandidaten auf die Plattform als ihr Hauptinstrument.
Patrik Kohlert verbindet auf Facebook und Instagram private und politische Inhalte. In seinem Feed finden sich Familienurlaube ebenso wie Werbung für Wahlkampfveranstaltungen. Facebook bleibt für ihn der wichtigste Kanal, um Botschaften an seine Anhänger zu vermitteln.
Wolfgang Möckel hält seine Follower mit fast identischen Beiträgen auf beiden Plattformen auf dem Laufenden. Er gewährt Einblicke hinter die Kulissen seines Terminkalenders – vom Infostand bis zum Neujahrsempfang der Freien Wähler. Sein Ansatz verbindet Wahlkampf-Updates mit persönlicher Nähe.
Michael Müllers Auftritte in den sozialen Medien zeigen seine Frau Daniela und den Familienhund Luigi. Seine Posts reichen von Feuerwehrversammlungen bis zu Karnevalsfeiern, wobei er private Momente oft mit seiner politischen Arbeit verknüpft. Viele seiner Beiträge erscheinen zeitgleich auf Facebook und Instagram.
Max Wiens, der jüngste Kandidat, pflegt eine zurückhaltendere Online-Präsenz. Sein Instagram zeigt kurze Einblicke in sein Leben – Partyfotos, Urlaubsreisen – und Aufrufe zur Unterstützung bei der Unterschriftensammlung. Über die Plattform hat er auch auf Vandalismus an seinen Wahlplakaten reagiert.
Der Trend spiegelt grundlegendere Veränderungen in der politischen Kommunikation wider. Kandidaten nutzen soziale Medien zunehmend, um ihre Kampagnen menschlicher wirken zu lassen und die Wähler direkt zu erreichen. Mit der Weiterentwicklung der Plattformen gewinnen Strategien wie Kurzvideo-Formate und Influencer-Marketing weiter an Bedeutung.






