"Zwei Hasen auf einmal": Eine verrückte Zeitreise ins Odessa der 1920er
Lotta Schulte"Zwei Hasen auf einmal": Eine verrückte Zeitreise ins Odessa der 1920er
Das Theater Komediya in Nischni Nowgorod bringt eine frische Interpretation von Zwei Hasen auf einmal auf die Bühne
Diese musikalische Farce neuinterpretiert die klassische Geschichte mit einem Twist der 1920er-Jahre und verlegt den Schauplatz von Kiew nach Odessa. Regie führt Anna Feketa, die exzentrische Komödie mit modernem Feingefühl verbindet.
Das Stück begleitet Pronja, ein naives junges Mädchen, dessen Entwicklung vor dem lebendigen Hintergrund des Odessa der 1920er-Jahre stattfindet. Polina Loboda verkörpert die Rolle und zeigt Pronjas Wandel von Unschuld zu Selbstbewusstsein. Anders als die sowjetische Filmadaption steht diese Version für sich und bietet eine völlig neue Perspektive auf die Erzählung.
Anna Feketa hat das Genre neu definiert, indem sie überzeichnete Charaktere und spontane Improvisation in die Aufführung einfließen lässt. Dem chaotischen Treiben steht Chimka gegenüber – die schlagfertige Magd, gespielt von Olga Konovalowa –, die als einzige Stimme der Vernunft fungiert.
Der visuelle Stil der Produktion spiegelt den Art-Déco-Charme der NEP-Ära wider, wofür der Bühnenbildner Alexander Nedelko verantwortlich zeichnet. Vertraute Lieder, darunter volksmusikinspirierte Melodien, sind nahtlos in die Handlung eingebettet. Die Erzählung gipfelt in einem universell glücklichen Ende, das das Publikum einlädt, die Ironie zu genießen und mitzulachen.
Pronjas Eltern, Moische Moissejewitsch und Rosa Markowna, treiben mit ihren unermüdlichen Bemühungen, das Glück ihrer Tochter zu sichern, einen Großteil der Handlung voran. Ihre Intrigen verstärken die komödiantische Energie der Farce und halten den Ton leicht, aber fesselnd.
Die musikalische Farce bietet ein verspieltes, doch ausgereiftes Erlebnis, das Geschichte, Humor und Herz verbindet. Mit ihrer modernen Neuinterpretation und lebendigen Darbietungen zeigt die Produktion eine frische Art, eine bekannte Geschichte zu genießen. Das Publikum verlässt den Saal mit Lachen – und vielleicht einer neuen Wertschätzung für das Absurde.






